Ein Businessplan für die Arztpraxis ist ein strukturiertes Planungsdokument, das alle wesentlichen betriebswirtschaftlichen, medizinischen und organisatorischen Aspekte der Praxisgründung oder Praxisübernahme zusammenfasst. Er bildet die Grundlage für Bankgespräche, Finanzierungsanträge bei der KfW sowie für die Eigenevaluation der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Vorhabens.

Bedeutung für Ärzte

Ein vollständiger Businessplan enthält mindestens: Gründungskonzept und persönliche Qualifikation, Standort- und Marktanalyse (Einwohnerzahl, Konkurrenz, Bedarfsplanung der KV), Leistungsangebot und Zielgruppenanalyse, Investitionsplan (Ausstattung, Umbau, IT), Umsatz- und Kostenplanung für drei bis fünf Jahre sowie eine Liquiditätsvorschaurechnung. Banken verlangen in der Regel eine Kapitaldienstfähigkeitsrechnung, die belegt, dass der Praxisbetrieb Kredite und Zinsen bedienen kann. Die KfW bietet spezielle Gründerkredite für freiberufliche Ärzte an.

Abgrenzung

Der Businessplan ist kein statisches Dokument; er sollte jährlich an die tatsächliche Entwicklung angepasst werden. Er ist außerdem kein Ersatz für die steuerliche Planung (Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder Bilanz); beide Dokumente verfolgen unterschiedliche Zwecke. Ein Exposé für den Praxisverkauf teilt zwar einige Inhalte mit dem Businessplan, dient aber primär der Käuferinformation statt der Finanzierungsplanung.

Beispiel

Ein Allgemeinarzt übernimmt eine Praxis für 250.000 Euro. Sein Businessplan weist Praxisumsätze von 320.000 Euro im ersten Jahr und steigende Erträge in den Folgejahren aus. Die Bank prüft den Kapitaldienstdeckungsgrad und bewilligt einen KfW-Kredit über 180.000 Euro zu günstigen Konditionen. Ärzteversichert empfiehlt, in der Planungsphase auch den Versicherungsbedarf vollständig zu ermitteln und in die Kostenplanung einzubeziehen.

Quellen

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