CAD/CAM-Fertigung in der Zahnmedizin bezeichnet den digitalen Workflow, bei dem Zahnersatz mittels Computer-aided Design (CAD) konstruiert und mittels Computer-aided Manufacturing (CAM) aus industriell hergestellten Rohlingen (Keramik, Zirkon, PMMA) computergesteuert gefräst oder gedruckt wird. Das Verfahren ermöglicht hochpräzisen Zahnersatz, der entweder chairside (direkt in der Praxis) oder im Labor hergestellt werden kann.
Bedeutung für Ärzte
Für Zahnärzte, die in CAD/CAM-Systeme investieren, entstehen erhebliche Anschaffungskosten: Ein vollständiges Chairside-System (Intraoralscanner, CAD-Software, Fräseinheit) kostet zwischen 80.000 und 150.000 Euro. Die Abrechnung chairside hergestellter Restaurationen erfolgt nach der GOZ; die digitale Abformung wird über GOZ 5170 (intraorale Scan-Abformung) abgerechnet, die Krone oder das Inlay nach den einschlägigen prothetischen Positionen. Durch die kürzere Behandlungszeit (oft Einzeitversorgung) kann die Patientenzufriedenheit steigen und der Praxisertrag erhöht werden. Die Abschreibungsdauer beträgt für CAD/CAM-Systeme in der Regel sieben bis acht Jahre.
Abgrenzung
Chairside-CAD/CAM (alles in der Praxis) ist vom Laborworkflow zu unterscheiden, bei dem der Zahnarzt einen digitalen Abformungsdatensatz an ein Labor sendet und dort gefertigt wird. CEREC (Sirona) ist eine bekannte Produktfamilie für Chairside-Restaurationen, aber nicht der einzige Anbieter am Markt. Analoge Abformungen und klassische Labortechnik sind weiterhin zulässig und abrechnungsfähig.
Beispiel
Eine Zahnärztin investiert in ein Chairside-CAD/CAM-System. Sie kann Keramikinlays und Kronen nun in einer einzigen Sitzung herstellen. Der Wegfall von Abdrücken, provisorischen Versorgungen und einem zweiten Termin steigert die Praxiseffizienz und ermöglicht mehr Behandlungen pro Tag. Ärzteversichert empfiehlt, CAD/CAM-Systeme im Rahmen einer umfassenden Praxisversicherung gegen Geräteausfall und Cyber-Schäden abzusichern.
Quellen
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