Der Case Mix bezeichnet die Gesamtheit aller behandelten Fälle in einem Krankenhaus, gewichtet nach ihrer medizinischen Schwere und dem damit verbundenen Ressourcenverbrauch. Er ist das Produkt aus der Anzahl der Fälle und dem jeweiligen DRG-Relativgewicht (Cost Weight). Der Case-Mix-Index (CMI) ergibt sich als Quotient aus dem Case Mix und der Fallzahl und gibt die durchschnittliche Fallschwere an.

Bedeutung für Ärzte

Für Krankenhausärzte ist der CMI ein zentrales Steuerungsinstrument: Ein höherer CMI signalisiert, dass überdurchschnittlich schwere Fälle behandelt werden, was zu höheren Erlösen je Fall führt. Für niedergelassene Ärzte ist der Case Mix relevant, wenn sie Patienten in Kliniken einweisen: Die Dokumentation von Begleiterkrankungen und Komplikationen in der Einweisung kann die korrekte DRG-Kodierung und damit eine angemessene Vergütung des Krankenhauses sicherstellen. Die Krankenhausplanung der Länder orientiert sich zunehmend an CMI-Werten, um Versorgungsstrukturen zu steuern.

Abgrenzung

Der Case Mix ist vom Case-Mix-Index zu unterscheiden: Der Case Mix ist eine absolute Zahl (Summe aller Relativgewichte), während der CMI eine relative Kennzahl (durchschnittliches Gewicht je Fall) ist. Außerdem ist der Case Mix ein stationäres Instrument; in der ambulanten Versorgung wird stattdessen die Morbidität über Morbiditätsfaktoren im Rahmen der GKV-Vergütungsverhandlungen berücksichtigt.

Beispiel

Eine Herzchirurgieklinik mit 2.000 Fällen jährlich und einem durchschnittlichen DRG-Relativgewicht von 4,2 hat einen Case Mix von 8.400. Der CMI von 4,2 signalisiert eine überdurchschnittlich schwere Patientenstruktur und rechtfertigt höhere Basisfallwerte in der Budgetverhandlung. Ärzteversichert empfiehlt einweisenden Ärzten, Komorbiditäten vollständig im Einweisungsschein zu dokumentieren.

Quellen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →