Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit (operativer Cashflow) bezeichnet den Nettozufluss von Zahlungsmitteln, der aus den normalen Betriebsabläufen einer Arztpraxis entsteht, also aus Patienteneinnahmen, KV-Honorar- und PKV-Erstattungszahlungen abzüglich aller laufenden Ausgaben für Personal, Miete, Verbrauchsmaterial und Steuern. Er ist ein Maß für die tatsächliche Zahlungsfähigkeit der Praxis.
Bedeutung für Ärzte
Der operative Cashflow unterscheidet sich vom buchhalterischen Gewinn: Abschreibungen sind Aufwandspositionen, die den Gewinn mindern, aber keinen Kassenmittelabfluss bedeuten; daher ist der Cashflow in der Regel höher als der ausgewiesene Gewinn. Für Praxisinhaber ist der operative Cashflow die entscheidende Größe bei der Frage, ob genug Mittel für Schuldendienst (Kreditraten), Privatentnahmen und Investitionsrücklagen vorhanden sind. Banken nutzen den operativen Cashflow zur Kapitaldienstfähigkeitsberechnung: Ist er dauerhaft positiv und deckt er die Kreditraten komfortabel, ist die Kreditwürdigkeit solide.
Abgrenzung
Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit ist vom Investitions-Cashflow (Aus- und Einzahlungen für Investitionen in Geräte, Immobilien) und vom Finanzierungs-Cashflow (Kreditaufnahmen und Tilgungen) zu unterscheiden. Der Gesamtcashflow (Free Cashflow) ergibt sich aus allen drei Komponenten. In der EÜR entspricht der Saldo weitgehend dem operativen Cashflow, da nur tatsächliche Zahlungen erfasst werden.
Beispiel
Eine Allgemeinarztpraxis erzielt im Jahr Einnahmen von 380.000 Euro und hat laufende Ausgaben von 290.000 Euro (Personal, Miete, Verbrauchsmaterial, Steuern). Der operative Cashflow beträgt 90.000 Euro. Davon werden 24.000 Euro Kreditraten für ein Darlehen bedient und 30.000 Euro für Ersatzinvestitionen zurückgelegt. Ärzteversichert empfiehlt, den Cashflow monatlich zu überwachen, um Liquiditätsengpässe frühzeitig zu erkennen.
Quellen
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