Der Cashflow einer Arztpraxis bezeichnet den Nettozufluss aller Geldeinnahmen abzüglich aller Geldausgaben innerhalb eines definierten Zeitraums. Er ist das zentrale Liquiditätsmaß und zeigt, ob eine Praxis ihre laufenden Zahlungsverpflichtungen aus eigenen Mitteln erfüllen kann, ohne Fremdfinanzierung in Anspruch nehmen zu müssen.

Bedeutung für Ärzte

Kassenärztliche Praxen erhalten die GKV-Honorare als Abschlagszahlungen im Quartalsrhythmus, die KV zahlt Vorschüsse und rechnet nach Abschluss des Quartals mit dem echten Honorar ab. Dadurch entstehen saisonale Schwankungen im Cashflow, die besonders in Quartalsmonaten mit Abrechnungsanpassungen oder KV-Rückforderungen spürbar sind. Privatärztliche Einnahmen aus PKV-Liquidation gehen mit Verzögerung von vier bis acht Wochen ein; gleichzeitig laufen Personalkosten monatlich und Mietverbindlichkeiten pünktlich ab. Ein Cashflow-Plan, der alle Ein- und Ausgaben auf Monatsbasis auflistet, hilft dabei, Engpässe frühzeitig zu erkennen und Dispokredite zu vermeiden.

Abgrenzung

Der Praxis-Cashflow ist nicht identisch mit dem Praxisgewinn: Tilgungen für Investitionskredite fließen in den Cashflow ein, mindern aber nicht den Gewinn (nur die Zinsen mindern den Gewinn). Umgekehrt mindern Abschreibungen den Gewinn, sind aber kein Cashflow-Abfluss. Die korrekte Unterscheidung ist für die Unternehmenssteuerung wichtig.

Beispiel

Eine Praxis zahlt im Januar Personalgehälter von 28.000 Euro, Miete von 4.500 Euro und erhält erst Ende Januar den GKV-Abschlag von 22.000 Euro. Im Februar kommt der PKV-Liquidationseingang von 12.000 Euro. Um den Januarengpass zu überbrücken, ist ein Geschäftskonto mit Kontokorrentlinie sinnvoll. Ärzteversichert empfiehlt, die Kontokorrentlinie als Liquiditätspuffer einzurichten, nicht als dauerhafte Finanzierungsquelle.

Quellen

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