Der Cost-Average-Effekt (auch: Durchschnittskosteneffekt) beschreibt das Phänomen, dass ein Anleger, der regelmäßig einen fixen Geldbetrag in ein Wertpapier investiert, automatisch mehr Anteile erwirbt, wenn der Kurs niedrig ist, und weniger Anteile, wenn der Kurs hoch ist. Über Zeit ergibt sich dadurch ein niedrigerer Durchschnittseinstiegspreis als bei einer Einmalanlage zum falschen Zeitpunkt.
Bedeutung für Ärzte
Für Ärzte, die monatlich regelmäßige Beträge investieren möchten, bietet der Cost-Average-Effekt einen psychologischen und rechnerischen Vorteil: Er mindert das Risiko, den gesamten Betrag zu einem ungünstigen Höchststand zu investieren. Typisch ist ein monatlicher ETF-Sparplan mit 500 bis 2.000 Euro. Bei einem ETF, der in einem Monat bei 100 Euro je Anteil notiert und im folgenden Monat bei 80 Euro, kauft der Anleger mit 1.000 Euro zunächst 10, dann 12,5 Anteile; der Durchschnittspreis beträgt 88,89 Euro statt 90 Euro. Der Effekt verstärkt sich bei hoher Kursvolatilität.
Abgrenzung
Der Cost-Average-Effekt ist kein eigenständiges Garantieprinzip und schützt nicht vor dauerhaften Kursverlusten in einem Bärenmarkt. Studien (u. a. von Vanguard) zeigen, dass eine sofortige Einmalanlage statistisch häufiger besser abschneidet als ratierliches Investieren, wenn ausreichend Kapital vorhanden ist. Der Hauptvorteil des Cost-Averaging liegt daher in der Verhaltensökonomie (Disziplinierung, Emotionsreduktion) und der schrittweisen Kapitalanlage, nicht in einem mathematischen Vorteil.
Beispiel
Eine Ärztin beginnt mit 30 Jahren einen monatlichen ETF-Sparplan über 1.000 Euro. In schwachen Börsenjahren kauft sie automatisch mehr Anteile; in guten Jahren weniger. Nach 37 Jahren hat sie 444.000 Euro eingezahlt; bei einer angenommenen Durchschnittsrendite von 7 Prozent hat das Depot einen Wert von ca. 1,7 Millionen Euro. Ärzteversichert empfiehlt, den Sparplan unabhängig von Marktphasen dauerhaft laufen zu lassen.
Quellen
- BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
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