Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen Funktionsstörungen der Kiefergelenke, der Kaumuskulatur und angrenzender Strukturen zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen des Kiefers, Gelenkgeräuschen oder Kopfschmerzen führen. CMD ist eine der häufigsten oro-fazialen Schmerzursachen und betrifft schätzungsweise 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung behandlungsbedürftig.

Bedeutung für Ärzte

Zahnärzte sind für die Erstdiagnostik und Therapie von CMD primär zuständig. Die Behandlung umfasst in der Regel die Anfertigung einer Aufbissschiene (Okklusionsschiene), Physiotherapie und ggf. psychosomatische Mitbehandlung. Die Aufbissschiene wird nach BEMA-Position 92b (für GKV-Patienten) oder nach GOZ 7030 ff. (für Privatpatienten) abgerechnet; die diagnostische Funktionsanalyse nach GOZ 8000. GKV-Patienten haben Anspruch auf eine einfache Entspannungsschiene; höherwertige Schienentherapien werden als Eigenleistung berechnet.

Abgrenzung

CMD ist von Trigeminusneuralgie, Myofazialen Schmerzsyndromen anderer Ätiologie und von Kiefergelenksarthritis zu unterscheiden, auch wenn Überlappungen bestehen. Hals-Nasen-Ohrenärzte und Neurologen sind bei CMD-assoziierten Tinnitus-, Kopfschmerz- oder Schwindelsymptomen häufig mitbehandelnde Spezialisten. Eine interdisziplinäre Abklärung ist bei Chronifizierung empfehlenswert.

Beispiel

Eine Patientin klagt über morgendliche Kieferschmerzen, Zähneknirschen und Kopfschmerzen. Der Zahnarzt diagnostiziert eine CMD mit Bruxismus. Er fertigt eine thermoplastische Aufbissschiene an und überweist zur Physiotherapie. Ärzteversichert weist darauf hin, dass Behandlungspflichten und Haftungsrisiken bei CMD ähnlich wie bei anderen zahnarztrechtlichen Leistungen gelten.

Quellen

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