Der Deckungsbeitrag einer Arztpraxis ist die betriebswirtschaftliche Kennzahl, die sich ergibt, wenn von den erzielten Erlösen (Honorareinnahmen, IGeL-Erlöse, PKV-Einnahmen) die variablen Kosten (Verbrauchsmaterial, Auftragsleistungen, variable Personalkosten) abgezogen werden. Er zeigt, wie viel von den Erlösen zur Deckung der Fixkosten (Miete, Leasingraten, Versicherungen, Grundgehälter) zur Verfügung steht.

Bedeutung für Ärzte

Der Deckungsbeitrag ist ein zentrales Controlling-Instrument für Praxen, die verschiedene Leistungsbereiche auf Rentabilität analysieren wollen. Eine IGeL-Leistung mit einem Erlös von 80 Euro und Materialkosten von 10 Euro erzielt einen Deckungsbeitrag von 70 Euro; eine GKV-Ziffer mit 20 Euro Erlös und 5 Euro Materialkosten nur 15 Euro. Durch Deckungsbeitragsrechnung lässt sich ermitteln, welche Leistungen zum Praxiserfolg beitragen und wo wirtschaftliche Optimierungen sinnvoll sind. Break-even-Analysen bauen auf der Deckungsbeitragsrechnung auf.

Abgrenzung

Der Deckungsbeitrag ist kein Gewinnmaß: Erst nach Abzug der Fixkosten vom Gesamtdeckungsbeitrag ergibt sich der Betriebsgewinn. Auch unterscheidet sich der Deckungsbeitrag I (nach variablen Kosten) vom Deckungsbeitrag II (nach direkten Fixkosten eines Leistungsbereichs), der eine verfeinertere Analyse einzelner Praxisbereiche ermöglicht.

Beispiel

Eine Praxis analysiert drei Leistungsbereiche: GKV-Grundversorgung (monatlicher Deckungsbeitrag 18.000 Euro), PKV-Privatpatienten (12.000 Euro) und IGeL (8.000 Euro). Gesamtdeckungsbeitrag: 38.000 Euro. Abzüglich Fixkosten von 32.000 Euro ergibt sich ein Betriebsgewinn von 6.000 Euro monatlich. Ärzteversichert empfiehlt, die Deckungsbeitragsstruktur mindestens einmal jährlich zu analysieren.

Quellen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →