Ein Wertpapierdepot bezeichnet das elektronische Verwahrkonto bei einer Bank oder einem Broker, auf dem Aktien, ETFs, Anleihen, Fonds und andere Wertpapiere im Eigentum des Anlegers gehalten werden. Das Depot ist kein Guthaben (das befindet sich auf dem dazugehörigen Verrechnungskonto), sondern ein Treuhandverwahrsystem; die Wertpapiere sind Eigentum des Depotinhabers und im Insolvenzfall der Bank geschützt.
Bedeutung für Ärzte
Ärzte mit hohem Anlagebedarf sollten die Depotkosten sorgfältig vergleichen: Direktbroker (Trade Republic, Scalable Capital, ING-DiBa) bieten in der Regel kostenlose oder sehr günstige Depots mit niedrigen Ordergebühren; Filialbanken und Fondsanbieter verlangen oft 0,2 bis 0,5 Prozent Depotgebühr jährlich auf den Depotwert. Bei einem Depotvolumen von 500.000 Euro bedeutet eine jährliche Depotgebühr von 0,3 Prozent 1.500 Euro Kosten pro Jahr, die die Nettorendite schmälern. Abgeltungsteuer (25 Prozent) auf Zinsen, Dividenden und realisierte Kursgewinne wird automatisch durch die Depotbank einbehalten und abgeführt.
Abgrenzung
Das Wertpapierdepot ist vom Tagesgeldkonto (für liquide Mittel ohne Wertpapiere) und vom Versicherungsdepot (innerhalb einer fondsgebundenen Lebensversicherung) zu unterscheiden. Fondsgebundene Versicherungsdepots bieten steuerliche Vorteile durch Steuerstundung und günstigere Besteuerung nach Ablauf, haben aber geringere Flexibilität. Direktbroker-Depots sind maximal flexibel, aber ohne Beratung.
Beispiel
Ein Arzt hält 200.000 Euro in einem ETF-Portfolio bei einem Direktbroker (0 Euro Depotgebühr, 1 Euro Transaktionskosten pro Order). Im Vergleich zu einem Filialbank-Depot mit 0,2 Prozent Depotgebühr spart er jährlich 400 Euro Kosten. Ärzteversichert empfiehlt, Depotkosten als Teil der Gesamtrenditekalkulation zu berücksichtigen.
Quellen
- BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)
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