Der Diversifikationseffekt beschreibt das Phänomen, dass ein Portfolio aus mehreren, nicht vollständig positiv korrelierten Anlagen ein niedrigeres Gesamtrisiko (gemessen als Volatilität oder Standardabweichung) aufweist als die gewichtete Summe der Einzelrisiken. Er ist das mathematische Herzstück der modernen Portfoliotheorie: Je geringer die Korrelation zwischen zwei Anlagen, desto stärker ist der Diversifikationseffekt.

Bedeutung für Ärzte

Für Ärzte, die ein Kapitalanlagedepot aufbauen, hat der Diversifikationseffekt praktische Konsequenzen: Eine Kombination aus deutschen Aktien, US-Aktien, Anleihen und Immobilienfonds hat historisch eine niedrigere Volatilität als ein reines Einzelportfolio aus deutschen Aktien, obwohl die Renditeerwartung vergleichbar oder höher war. Der Effekt ist am stärksten, wenn Anlagen aus verschiedenen Regionen, Währungen und Konjunkturzyklen stammen. Beispiel: Rohstoffe korrelieren in Krisenzeiten oft negativ mit Aktien und dämpfen so Verluste.

Abgrenzung

Der Diversifikationseffekt ist eine quantitative Eigenschaft eines Portfolios und nicht mit der qualitativen Diversifikationsstrategie zu verwechseln. Er hängt von den tatsächlichen Korrelationen der Anlagen ab, die sich über Zeit verändern können. In Finanzkrisen steigen Korrelationen oft stark an (Gleichschritt-Verkäufe); der Diversifikationseffekt ist in Krisenzeiten daher geringer als in normalen Marktphasen.

Beispiel

Ein Arzt hält 50 Prozent Aktien (Volatilität 20 Prozent) und 50 Prozent Anleihen (Volatilität 5 Prozent) mit einer Korrelation von 0,2. Die Portfoliovolatilität liegt nicht bei 12,5 Prozent (Mittelwert), sondern durch den Diversifikationseffekt bei nur ca. 11 Prozent. Ärzteversichert empfiehlt, bei der Portfoliokonstruktion explizit auf Korrelationen zu achten.

Quellen

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