Ein Disease-Management-Programm (DMP) ist ein von gesetzlichen Krankenkassen finanziertes, strukturiertes Behandlungsprogramm für Patienten mit definierten chronischen Erkrankungen, das nach einheitlichen medizinischen Leitlinien abläuft und für das Ärzte nach Vertragsabschluss mit der KV eine separate Vergütung erhalten.

Bedeutung für Ärzte

Aktuell gibt es DMPs für folgende Erkrankungen: Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, koronare Herzkrankheit (KHK), Herzinsuffizienz, Asthma bronchiale, COPD, Brustkrebs und chronische Rückenschmerzen. Für teilnehmende Ärzte bedeutet ein DMP zusätzliche Vergütung durch die KV für dokumentierte Arzt-Patienten-Kontakte, Schulungsmaßnahmen und leitliniengerechte Therapieanpassungen. Die Dokumentationspflicht ist erhöht: Für jeden DMP-Patienten müssen regelmäßige Verlaufsdokumentationen an die Krankenkasse übermittelt werden. Der Verwaltungsaufwand ist spürbar, wird aber durch die Zusatzvergütung kompensiert.

Abgrenzung

DMPs unterscheiden sich von der normalen Chronikerpauschale (EBM-Ziffern), die bei jedem Arzt für chronisch kranke Patienten abgerechnet werden kann, unabhängig von einem strukturierten Programm. Außerdem sind DMPs von Selektivverträgen nach § 73b und § 140a SGB V zu trennen: Diese können DMP-ähnliche Strukturen haben, sind aber individuell zwischen Kassen und Arztgruppen verhandelt.

Beispiel

Eine Diabetologin schreibt 80 Patienten ins DMP Diabetes Typ 2 ein. Für jeden dieser Patienten erhält sie quartalsweise eine DMP-Pauschale und die aufwändigere Dokumentation wird mit einem Zuschlag vergütet. Im Jahresverlauf generiert das DMP einen signifikanten Zusatzumsatz für die Praxis.

Ärzteversichert weist darauf hin, dass eine umfassende Berufshaftpflicht auch für DMP-Patienten gilt und die erhöhte Dokumentationspflicht im Haftungsfall schützend wirkt.

Quellen: SGB V § 137f-g (DMP), Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) DMP-Anforderungsrichtlinie, KBV DMP-Informationsportal.

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