Ein DMP (Disease-Management-Programm) ist ein strukturiertes Behandlungsprogramm der gesetzlichen Krankenversicherung für Versicherte mit bestimmten chronischen Erkrankungen, das auf Basis von § 137f SGB V eingeführt wurde und evidenzbasierte Behandlungspfade, regelmäßige Schulungen sowie eine koordinierte Versorgung zwischen Haus- und Fachärzten definiert.

Bedeutung für Ärzte

Zugelassene DMP-Programme existieren derzeit für Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2, Koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Asthma bronchiale, COPD und Brustkrebs. Niedergelassene Ärzte, die an einem DMP teilnehmen, erhalten neben den regulären EBM-Vergütungen spezifische DMP-Pauschalen (je nach KV zwischen 10 und 25 Euro pro Dokumentationsquartal) sowie in manchen Bundesländern Qualitätsboni. Voraussetzung ist eine Genehmigung durch die KV, eine Schulung und die vollständige Dokumentation der Behandlungsdaten im PVS. Die Einschreibungsquote beeinflusst auch das Budget, da DMP-Patienten im Risikostrukturausgleich der Krankenkassen gesondert gewichtet werden.

Abgrenzung

DMP sind von hausarztzentrierter Versorgung (HZV) und integrierten Versorgungsverträgen (IV) zu unterscheiden. HZV umfasst ein breiteres Patientenkollektiv und honoriert die Koordination allgemein; DMP fokussieren dagegen auf spezifische Diagnosegruppen mit festgelegten Intervalluntersuchungen und Dokumentationspflichten. Wer einen Patienten in ein DMP einschreibt, übernimmt dabei Versorgungskoordination und Qualitätspflichten.

Beispiel

Ein Hausarzt betreut 80 eingeschriebene DMP-Diabetes-Typ-2-Patienten. Pro Quartal erstellt er für jeden Patienten eine strukturierte Dokumentation und erhält dafür je 18 Euro Dokumentationspauschale. Im Jahr ergibt das 80 × 4 × 18 Euro = 5.760 Euro zusätzliche Vergütung, ohne die regulären EBM-Leistungen. Ärzteversichert empfiehlt, bei der DMP-Teilnahme die Dokumentationsqualität sicherzustellen, da Stichprobenprüfungen der KV zu Rückforderungen führen können.

Quellen

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