Der Drawdown bezeichnet im Portfoliomanagement den prozentualen Rückgang eines Portfoliowerts oder eines Wertpapierkurses vom vorangegangenen Höchststand bis zu einem nachfolgenden Tiefpunkt innerhalb einer betrachteten Zeitperiode. Der Maximum Drawdown (MDD) ist der größte je gemessene Rückgang und dient als Risikokennzahl zur Beurteilung des schlimmstmöglichen Verlustpotenzials einer Anlagestrategie.
Bedeutung für Ärzte
Für Ärzte, die ein Depot für die Altersvorsorge oder den Vermögensaufbau aufbauen, ist die Drawdown-Toleranz eine entscheidende Größe: Ein MSCI-World-ETF verzeichnete zwischen 2007 und 2009 einen Maximum Drawdown von ca. 54 Prozent. Wer 200.000 Euro investiert hatte, sah kurzfristig nur noch 92.000 Euro auf dem Konto. Wer diese Verlustphase emotional nicht verkraftet und verkauft, realisiert den Verlust dauerhaft. Die persönliche Risikotragfähigkeit muss daher nicht nur finanziell (Liquiditätsreserve), sondern auch psychologisch bestimmt werden, bevor eine Anlagestrategie festgelegt wird.
Abgrenzung
Der Drawdown unterscheidet sich von der Volatilität: Volatilität misst die durchschnittliche Schwankungsbreite um einen Mittelwert; der Drawdown quantifiziert die maximale Verlusttiefe von einem Hochpunkt aus. Ein Portfolio mit moderater Volatilität kann dennoch einen hohen Drawdown aufweisen, wenn ein einzelner, starker Einbruch vorliegt.
Beispiel
Ein Arzt hält ein reines Aktienportfolio im Wert von 300.000 Euro. Während eines Börsencrashs fällt der Wert auf 165.000 Euro: Das entspricht einem Drawdown von 45 Prozent. Hätte der Arzt 30 Prozent in Anleihen gehalten, wäre der Drawdown auf ca. 30 Prozent begrenzt geblieben. Ärzteversichert empfiehlt, beim Aufbau eines Depots einen persönlichen Maximaldrawdown zu definieren, ab dem die Allokation zu risikoärmeren Anlagen überprüft wird.
Quellen
- BaFin – Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
- Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW)
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