Das eDMP (elektronisches DMP) bezeichnet die digitale Übermittlung der strukturierten Behandlungsdokumentation aus Disease-Management-Programmen (DMP) über die Telematikinfrastruktur (TI) direkt an die zuständige Datenannahmestelle, ohne den bisherigen postalischen Versand von Papierdokumentationsbögen.
Bedeutung für Ärzte
Für DMP-teilnehmende Arztpraxen vereinfacht das eDMP den Dokumentationsworkflow erheblich: Die DMP-Dokumentation wird direkt im PVS erfasst, validiert und per KIM (Kommunikation im Medizinwesen) oder über einen spezifischen TI-Übermittlungsweg an die KV übertragen. Das reduziert Portokosten, Rückläufer durch unleserliche Handschrift und Fristversäumnisse. Eine korrekte und vollständige Übermittlung sichert die DMP-Dokumentationspauschale. Technische Voraussetzung ist ein PVS mit eDMP-Modul und eine aktive TI-Anbindung. Bei Systemausfällen ist eine Papiervorbelegung und spätere Nachübermittlung zulässig.
Abgrenzung
Das eDMP ist von der ePA (elektronischen Patientenakte) zu unterscheiden: Die ePA ist eine patientenzentrierte Ablage für alle Gesundheitsdaten; das eDMP ist ein spezifischer Übermittlungsweg für DMP-Strukturdaten an die KV und Krankenkasse. Beide Systeme können künftig über Schnittstellen verbunden sein, sind aber rechtlich und technisch eigenständig.
Beispiel
Ein Diabetologe dokumentiert quartalsweise für 60 DMP-Diabetes-Typ-2-Patienten. Vor Einführung des eDMP bedeutete das: 60 Papierbögen ausfüllen, kopieren, eintüten und versenden. Mit eDMP werden die Daten aus dem PVS in wenigen Minuten elektronisch übertragen; ein Sendeprotokoll bestätigt die erfolgreiche Übermittlung. Ärzteversichert empfiehlt, das eDMP-Modul des PVS regelmäßig auf Updates zu prüfen, da KBV und KVen die Datenstrukturen gelegentlich anpassen.
Quellen
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