Die Elementarschadenversicherung ist eine optionale Erweiterung der Gebäude-, Inhalts- oder Hausratversicherung, die Schäden durch Naturgefahren wie Überschwemmung, Rückstau, Starkregen, Erdrutsch, Erdsenkung, Schneedruck, Lawinen oder Erdbeben abdeckt, die von der Standard-Feuerversicherung nicht erfasst werden.
Bedeutung für Ärzte
Praxisinhaber, die ihre Räume selbst besitzen oder wertvolle medizinische Geräte betreiben, tragen im Schadenfall ein erhebliches finanzielles Risiko. Überschwemmungen oder Rückstau aus der Kanalisation können Diagnosegeräte, EDV-Systeme und Patientenakten vernichten. Eine Betriebsunterbrechung durch Elementarschäden führt zu Einnahmeausfällen, die ohne zusätzliche Absicherung vollständig selbst getragen werden müssen. Ärzteversichert empfiehlt, den Standort der Praxis anhand von Zonierungskarten der Versicherungswirtschaft (ZÜRS GEO) zu prüfen und den Versicherungsschutz entsprechend anzupassen.
Abgrenzung
Die Elementarschadenversicherung unterscheidet sich von der klassischen verbundenen Gebäudeversicherung, die Schäden durch Feuer, Leitungswasser und Sturm/Hagel abdeckt. Naturgefahrenschäden sind explizit ausgeschlossen und müssen als Zusatzbaustein dazugekauft werden. Viele Praxisinhaber gehen davon aus, durch ihre Inhaltsversicherung abgedeckt zu sein, was ohne den Elementarschaden-Baustein nicht zutrifft.
Praxisbeispiel
Eine Allgemeinarztpraxis im Erdgeschoss eines Altbaus in einer Flussniederung wird nach einem Starkregen überflutet. Der Schaden an Geräten, Bodenbelag und EDV beläuft sich auf 45.000 Euro. Da die Praxisinhaltsversicherung keinen Elementarschadenbuilstein enthielt, bleibt der Arzt auf dem Schaden sitzen. Eine jährliche Prämie von rund 300 Euro hätte den vollständigen Schutz gewährt.
Quellen
- Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Naturgefahrenreport 2024.
- Bundesministerium für Umwelt: Hochwasserschutzfibel, 2023.
- ZÜRS GEO Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen, 2024.
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