Der eMedikationsplan (eMP) bezeichnet den bundeseinheitlichen Medikationsplan in digitaler Form, der über die Telematikinfrastruktur (TI) in der elektronischen Patientenakte (ePA) gespeichert und sektorenübergreifend von autorisierten Ärzten, Apothekern und weiteren Leistungserbringern eingesehen und aktualisiert werden kann. Er löst den seit 2016 verpflichtenden Papier-Medikationsplan schrittweise ab.

Bedeutung für Ärzte

Für Ärzte ist der eMedikationsplan ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS): Er bietet eine aktuelle Übersicht aller Dauermedikamente eines Patienten und kann automatisch auf Wechselwirkungen geprüft werden. Ab einer Zahl von mindestens drei verordneten Dauermedikamenten besteht für Vertragsärzte die Pflicht, einen Medikationsplan zu erstellen; der eMedikationsplan ist die digitale Umsetzung dieser Pflicht. Da ältere Patienten im Schnitt 5 bis 7 verschiedene Medikamente einnehmen, ist der eMedikationsplan für Hausärzte täglich relevant. Ärzteversichert weist darauf hin, dass vollständige Medikationsdaten auch im Haftungsfall entscheidend sein können.

Abgrenzung

Der eMedikationsplan ist vom Papier-Medikationsplan abzugrenzen, der weiterhin ausgedruckt werden muss, wenn Patienten die ePA nicht nutzen. Er ist auch kein Rezept und keine Verordnung, sondern eine Informations- und Kommunikationsgrundlage.

Beispiel

Ein Hausarzt behandelt eine 73-jährige Patientin mit Herzinsuffizienz, Diabetes und Hypertonie. Er pflegt alle 9 Dauermedikamente in den eMedikationsplan ein. Ein Kardiologe kann beim nächsten Patientenkontakt direkt auf diese Daten zugreifen und potenzielle Wechselwirkungen erkennen, ohne aufwändige Rückfragen stellen zu müssen.

Quellen

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