Entnahmestrategien im Portfolio bezeichnen systematische Methoden, nach denen ein Anleger im Ruhestand regelmäßig Kapital aus seinem Investmentdepot entnimmt, um laufende Ausgaben zu finanzieren, ohne das Vermögen planlos aufzuzehren. Sie bilden das Gegenstück zur Ansparphase und sind für selbstständige Ärzte besonders relevant, da deren Versorgungswerksrente oft nicht alle Ausgaben im Ruhestand deckt.
Bedeutung für Ärzte
Niedergelassene Ärzte bauen häufig über Jahrzehnte Privatvermögen auf, das strukturiert abgebaut werden muss. Die drei gängigsten Strategien sind: die Konstantentnahme (monatlich fester Betrag), die prozentuale Entnahme (jährlich zum Beispiel 3 bis 4 Prozent des aktuellen Portfoliowerts) sowie die dynamische Entnahme, die an Inflation oder Börsenlage angepasst wird. Bei einem Startkapital von 600.000 Euro und 3,5 Prozent Entnahmerate stehen jährlich 21.000 Euro zur Verfügung. Ärzteversichert begleitet Mediziner bei der Wahl der passenden Strategie, die Steuerlast, Liquiditätsbedarf und Portfoliostruktur berücksichtigt.
Abgrenzung
Entnahmestrategien sind breiter gefasst als ein einzelner Entnahmeplan, der nur einen konkreten Auszahlungsplan bei einem Fondsanbieter beschreibt. Sie umfassen auch die Entscheidung, welche Vermögenswerte zuerst aufgelöst werden: Festgeld, Anleihen oder Aktien-ETFs. Die sogenannte Bucket-Strategie teilt das Portfolio in kurzfristige Liquiditätsreserve, mittelfristige Anleihen und langfristiges Aktiendepot auf.
Beispiel
Eine Fachärztin für Radiologie geht mit 67 Jahren in Ruhestand. Ihr Portfolio besteht aus 200.000 Euro Tagesgeld, 150.000 Euro Anleihen-ETF und 350.000 Euro Aktien-ETF. Sie entnimmt zunächst aus dem Tagesgeld, füllt diesen Puffer jährlich durch Verkäufe aus dem Anleihen-ETF auf und lässt den Aktienanteil möglichst lange weiterwachsen.
Quellen
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