ESG-Kriterien sind ein Bewertungsrahmen für Investments, der Unternehmen und Fonds nach drei Dimensionen beurteilt: Environmental (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung). Sie bilden die Grundlage für nachhaltige Kapitalanlagen und sind seit der EU-Offenlegungsverordnung (SFDR, 2021) für Finanzprodukte regulatorisch relevant.

Bedeutung für Ärzte

Immer mehr Ärzte möchten ihr Kapital nicht nur rentabel, sondern auch wertekongruent anlegen. ESG-Fonds schließen etwa Rüstungsunternehmen, Kohleproduzenten oder Unternehmen mit Kinderarbeit aus und bevorzugen Unternehmen mit hohen Sozial- und Umweltstandards. Studien zeigen, dass ESG-Fonds langfristig keine systematisch schlechteren Renditen als konventionelle Fonds erzielen. Der europäische Markt für nachhaltige Investmentfonds hatte Ende 2023 ein Volumen von über 5 Billionen Euro. Für Ärzte, die öffentlich zu Gesundheitsthemen oder Umweltschutz stehen, kann die Abstimmung des Portfolios mit den eigenen Werten auch eine Frage der persönlichen Integrität sein. Ärzteversichert berät zu nachhaltigen Anlageprodukten, die zu den individuellen Anlagezielen passen.

Abgrenzung

ESG-Kriterien sind kein einheitlicher Standard: Verschiedene Ratingagenturen wie MSCI, Sustainalytics oder ISS bewerten dieselben Unternehmen teils sehr unterschiedlich. ESG ist zudem von Impact Investing zu unterscheiden, das gezielt messbare positive Wirkungen anstrebt, und vom SRI-Ansatz (Socially Responsible Investing), der primär auf ethische Ausschlüsse setzt. Der Begriff Greenwashing bezeichnet die irreführende Darstellung von Fonds als nachhaltig, obwohl sie die Kriterien nur oberflächlich erfüllen.

Beispiel

Ein Dermatologe mit 250.000 Euro Depotvermögen entscheidet sich für einen MSCI World ESG Screened ETF. Dieser schließt Unternehmen aus Tabak-, Waffen- und Kohleproduktion aus und hat laut Anbieter im 10-Jahres-Zeitraum eine ähnliche Rendite wie der klassische MSCI World erzielt.

Quellen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →