Der Fachgruppen-Topf bezeichnet das Gesamtbudget, das einer Fachgruppe von Vertragsärzten innerhalb einer Kassenärztlichen Vereinigung für einen bestimmten Abrechnungszeitraum zur Verfügung steht. Dieses Budget wird auf die einzelnen Praxen der Fachgruppe entsprechend ihrer abgerechneten Leistungen und Regelleistungsvolumina aufgeteilt.

Bedeutung für Ärzte

Das Konzept des Fachgruppen-Topfs erklärt, warum in der GKV-Abrechnung nicht einfach mehr Leistungen immer mehr Geld bedeuten: Wächst die Gesamtleistungsmenge einer Fachgruppe, sinkt der individuelle Punktwert, da das Gesamtbudget konstant bleibt. Dies führt zu Verteilungseffekten innerhalb der Fachgruppe. Gibt ein Hausarzt in einem Quartal 20 Prozent mehr Leistungen ab als seine Kollegen im Durchschnitt, profitiert er zunächst, trägt aber zur Mengenanpassung bei, die im Folgejahr dämpfend wirkt. In Fachgruppen mit starkem Mengenwachstum sinken Fallwerte überproportional. Ärzteversichert empfiehlt, bei der Praxisplanung das Fachgruppensystem zu berücksichtigen.

Abgrenzung

Der Fachgruppen-Topf ist von der individuellen Praxisbudgetierung durch das Regelleistungsvolumen (RLV) zu unterscheiden: Das RLV ist die praxisbezogene Obergrenze, während der Fachgruppen-Topf die übergeordnete fachgruppenweite Budgetgrenze darstellt. Beide Systeme wirken zusammen und bestimmen das tatsächlich ausgezahlte Honorar.

Beispiel

In einer KV gibt es 120 niedergelassene Allgemeinärzte. Der Fachgruppen-Topf beträgt für das Quartal 4,8 Millionen Euro. Im Durchschnitt entfallen 40.000 Euro pro Praxis. Eine Praxis, die 50.000 Euro nominell abrechnet, erhält wegen der Budgetkappung möglicherweise nur 40.000 bis 42.000 Euro ausgezahlt.

Quellen

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