Fachkräftemangel bei Ärzten bezeichnet die Situation, in der die Nachfrage nach ärztlichen Leistungen das verfügbare Angebot an approbierten und niedergelassenen oder angestellten Ärzten übersteigt. Er tritt regional unterschiedlich stark auf und betrifft bestimmte Fachgruppen besonders intensiv.
Bedeutung für Ärzte
Laut Ärztestatistik der Bundesärztekammer 2024 waren rund 416.000 Ärzte in Deutschland berufstätig. Gleichzeitig zeigen Projektionen, dass bis 2030 etwa 50.000 niedergelassene Ärzte aus Altersgründen ausscheiden. Besonders betroffen sind Allgemeinmedizin und Innere Medizin sowie ländliche Regionen in den neuen Bundesländern. Für Praxisinhaber hat das unmittelbare Auswirkungen: Mitarbeiter sind schwerer zu finden, Vertretungen teurer, und die Nachfolgesuche dauert länger. Ärzte, die ihre Praxis verkaufen wollen, finden in unterversorgten Gebieten zunehmend schwerer Nachfolger. Ärzteversichert berät bei der frühzeitigen Nachfolgeplanung und passenden Absicherungskonzepten für den Übergang.
Abgrenzung
Fachkräftemangel bei Ärzten ist zu unterscheiden vom allgemeinen Fachkräftemangel im Gesundheitswesen, der auch Pflegekräfte, MFA und andere Gesundheitsberufe betrifft. Auch ist zwischen absolutem Ärztemangel (zu wenig Ärzte insgesamt) und regionalem Versorgungsmangel (Ungleichverteilung) zu differenzieren: In städtischen Ballungsräumen gibt es Überversorgung, in ländlichen Regionen Unterversorgung.
Beispiel
Eine Allgemeinärztin sucht seit zwei Jahren einen Nachfolger für ihre Praxis in einer Gemeinde mit 6.000 Einwohnern in Mecklenburg-Vorpommern. Trotz Vermittlung durch die KV und eines attraktiven Kaufpreises bleibt die Stelle unbesetzt. Sie verlängert deshalb ihre Tätigkeit über das geplante Rentenalter hinaus.
Quellen
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