FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) ist ein internationaler Standard der Organisation HL7 für den Austausch von Gesundheitsdaten zwischen verschiedenen IT-Systemen im Gesundheitswesen. FHIR definiert Ressourcen (strukturierte Datenpakete für Patienten, Diagnosen, Medikamente, Befunde) und Schnittstellen für deren Übertragung per REST-API.
Bedeutung für Ärzte
In der deutschen Telematikinfrastruktur ist FHIR die technische Grundlage für das eRezept, die elektronische Patientenakte (ePA) und den elektronischen Arztbrief. Für Arztpraxen bedeutet das: Praxisverwaltungssysteme (PVS) müssen FHIR-konform sein, um mit der TI kommunizieren zu können. Praxen sollten prüfen, ob ihr PVS-Hersteller FHIR-Updates bereitstellt und zertifiziert ist. Die Gematik schreibt FHIR-Profile für die deutsche TI vor und pflegt die Spezifikationen auf ihrer Website. Datenpannen oder fehlerhafte FHIR-Übertragungen können fehlerhafte Patientendaten verursachen und Haftungsrisiken begründen. Ärzteversichert informiert zu Versicherungslösungen bei IT-bedingten Datenschutzverletzungen.
Abgrenzung
FHIR ist zu unterscheiden von älteren Standards wie HL7 v2 oder HL7 v3, die in Deutschland noch in Krankenhaussystemen verbreitet sind, aber in der neuen TI durch FHIR abgelöst werden. Auch von der xDT-Schnittstelle (ärztlicher Datentransfer nach KBV-Standard) unterscheidet sich FHIR: xDT ist ein deutsches, proprietäreres Format; FHIR ein internationaler, webbasierter Standard.
Beispiel
Eine Praxis aktualisiert ihr PVS auf eine FHIR-kompatible Version. Fortan können eRezepte direkt über die TI in das FHIR-Dateiformat umgewandelt und an den Fachdienst übertragen werden. Auch Arztbriefe werden strukturiert im FHIR-Dokument-Format an Kollegen übermittelt.
Quellen
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