Ein Finanzplan für die Praxisgründung ist ein strukturiertes Dokument, das alle geplanten Investitionen, laufenden Kosten, Einnahmeprognosen und den Finanzierungsmix (Eigenkapital, Bankdarlehen, Fördermittel) für die Gründung oder Übernahme einer Arztpraxis zusammenfasst und als Grundlage für Bankgespräche und Eigenplanung dient.
Bedeutung für Ärzte
Banken verlangen einen detaillierten Finanzplan, bevor sie Praxisdarlehen vergeben. Typische Gesamtinvestitionsbedarfe liegen bei Neugründungen zwischen 150.000 Euro (einfache Hausarztpraxis) und 1,5 Millionen Euro (radiologische oder chirurgische Praxis mit Hightech-Ausstattung). Der Finanzplan umfasst Erstausstattung, Umbaukosten, IT-Ausstattung, Betriebsmittelreserve (mindestens 3 bis 6 Monatsumsätze) sowie Liquiditätsplanung für die Anlaufphase, bis die ersten KV-Abrechnungen eingehen. Praxisgründer sollten mindestens 10 bis 20 Prozent Eigenkapital mitbringen. Ärzteversichert begleitet Gründer und empfiehlt, gleichzeitig die notwendigen Versicherungen in den Finanzplan einzukalkulieren.
Abgrenzung
Der Finanzplan ist von einem Businessplan zu unterscheiden: Der Businessplan ist das umfassendere strategische Dokument mit Marktanalyse, Standortbewertung und Konzept; der Finanzplan ist der quantitative Teil davon. Auch von der kurzfristigen Liquiditätsplanung unterscheidet er sich: Der Finanzplan plant langfristig über 3 bis 5 Jahre, während die Liquiditätsplanung die monatlichen Zahlungsströme im Detail zeigt.
Beispiel
Ein Allgemeinarzt plant eine Neugründung mit einem Investitionsbedarf von 250.000 Euro (Umbau, Geräte, IT, Erstausstattung). Der Finanzplan zeigt 30.000 Euro Eigenkapital, 170.000 Euro KfW-Darlehen und 50.000 Euro KV-Niederlassungsförderung. Die Rentabilitätsvorschau erwartet nach 18 Monaten den Break-even.
Quellen
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