Fixkosten sind Ausgaben, die unabhängig vom erbrachten Leistungsvolumen monatlich konstant anfallen, während variable Kosten mit der Zahl der behandelten Patienten oder erbrachten Leistungen proportional steigen oder sinken.

Bedeutung für Ärzte

In einer Arztpraxis machen Fixkosten typischerweise 60 bis 80 Prozent der Gesamtkosten aus. Dazu gehören Miete oder Leasinggebühren für Räume und Geräte, Grundgehälter der Mitarbeiter, Versicherungsprämien, EDV-Kosten und Kreditraten. Variable Kosten entstehen durch Verbrauchsmaterial, Fremdlaborkosten und externe Dienstleister je Behandlungsfall. Für das Praxis-Controlling ist die Trennung entscheidend: Sinken die Einnahmen (z. B. durch Urlaub oder Quarantänepflicht), laufen die Fixkosten weiter. Ärzteversichert empfiehlt, die Praxisausfallversicherung so zu dimensionieren, dass sie mindestens die monatlichen Fixkosten abdeckt.

Abgrenzung

Fixkosten sind nicht identisch mit geplanten Kosten oder Gemeinkosten, obwohl es Überschneidungen gibt. Sprungfixkosten (z. B. eine zweite Arztstelle) steigen sprunghaft, wenn bestimmte Kapazitätsgrenzen überschritten werden. Variable Kosten sind nicht identisch mit Einzelkosten, da manche variablen Kosten schwer einem einzelnen Behandlungsfall zuzuordnen sind.

Praxisbeispiel

Eine hausärztliche Praxis hat monatliche Fixkosten von 15.000 Euro (Miete 3.500 Euro, Personal 9.000 Euro, Versicherungen 800 Euro, EDV 700 Euro, sonstiges 1.000 Euro). Bei 600 Behandlungsfällen im Monat liegen die variablen Kosten bei rund 5 Euro je Fall (3.000 Euro gesamt). Sinkt die Fallzahl auf 400, bleiben die Fixkosten konstant, die variablen Kosten sinken um 1.000 Euro.

Quellen

  • Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi): Praxis-Panel Kostenstruktur, 2024.
  • Bundesärztekammer: Betriebswirtschaft in der Arztpraxis, 2023.
  • Institut für Freie Berufe Nürnberg (IFB): Kosten- und Erlösanalyse Arztpraxen, 2023.

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →