Der Free Cashflow (freier Cashflow) bezeichnet den Betrag, der nach Abzug aller betrieblichen Ausgaben und Investitionsausgaben (Capex) aus dem operativen Cashflow einer Praxis oder eines Unternehmens verbleibt und für Schuldenrückzahlung, Ausschüttungen oder Reinvestitionen zur Verfügung steht.

Bedeutung für Ärzte

Bei der Bewertung einer Arztpraxis zum Kauf oder bei der Praxisfinanzierung ist der Free Cashflow eine entscheidende Kennzahl: Banken prüfen, ob die Praxis aus dem laufenden Betrieb heraus das Darlehen bedienen kann. Ein positiver Free Cashflow von mindestens 120 Prozent des jährlichen Kapitaldienstes gilt als solides Signal für Kreditgeber. Formel vereinfacht: Free Cashflow = Betriebseinnahmen minus betriebliche Ausgaben minus Investitionen minus Steuern. Bei einer Praxis mit 300.000 Euro Einnahmen, 180.000 Euro Ausgaben, 20.000 Euro Investitionen und 40.000 Euro Steuern ergibt sich ein Free Cashflow von 60.000 Euro. Ärzteversichert empfiehlt, den Free Cashflow als Teil des Finanzplans regelmäßig zu ermitteln.

Abgrenzung

Der Free Cashflow ist zu unterscheiden vom Gewinn (Jahresüberschuss), da er Investitionsausgaben direkt abzieht, während diese im Gewinn nur über Abschreibungen wirken. Auch vom operativen Cashflow unterscheidet er sich: Der operative Cashflow umfasst nur die laufende Geschäftstätigkeit ohne Investitionen; der Free Cashflow zieht zusätzlich Kapitalausgaben ab.

Beispiel

Ein Arzt prüft den Kauf einer Praxis für 450.000 Euro. Der Free Cashflow der Praxis beträgt laut letzten drei Jahresabschlüssen durchschnittlich 95.000 Euro p.a. Der Kapitaldienst für das Bankdarlehen betrüge 65.000 Euro p.a., was einem Deckungsgrad von 146 Prozent entspricht. Die Bank sieht den Free Cashflow als ausreichend an.

Quellen

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