Die gematik GmbH ist die vom deutschen Gesetzgeber beauftragte nationale Agentur für digitale Medizin, die die Telematikinfrastruktur (TI) für das deutsche Gesundheitswesen entwickelt, betreibt und weiterentwickelt. Die Gesellschafter sind der Bund, GKV-Spitzenverband, Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Deutsche Krankenhausgesellschaft und weitere Akteure.
Bedeutung für Ärzte
Für niedergelassene Ärzte und Kliniker ist die gematik der zentrale Akteur hinter allen verpflichtenden Digitalisierungsmaßnahmen: dem TI-Anschluss der Praxis, dem Konnektor (Hardware), dem KIM-Dienst (Kommunikation im Medizinwesen für sicheren E-Mail-Austausch), der elektronischen Patientenakte (ePA) und dem E-Rezept. Ärzte, die nicht am TI-Konnektor angeschlossen sind, müssen mit Honorarkürzungen von 1 Prozent des Quartalshonoars rechnen. Ärzteversichert weist darauf hin, dass die Digitalisierung der Praxis auch neue Risiken schafft, die durch eine Cyber-Versicherung abzusichern sind.
Abgrenzung
Die gematik ist zu unterscheiden von der KBV (die Vertragsärzte vertritt), dem GKV-Spitzenverband (der die Kassen vertritt) und dem Bundesministerium für Gesundheit (das als Aufsichtsbehörde fungiert). Außerdem entwickelt die gematik die Infrastruktur, während der Betrieb einzelner Anwendungen (z. B. der ePA-App) durch die Krankenkassen selbst erfolgt.
Praxisbeispiel
Eine Hausarztpraxis schließt sich 2023 an die Telematikinfrastruktur an, installiert einen Konnektor und richtet den KIM-Dienst ein. Ab 2025 ist sie außerdem verpflichtet, die elektronische Patientenakte (ePA) für alle Patienten auf der TI befüllen zu können. Die Kosten für Hardware und monatliche Betriebspauschalen werden von der KV teilweise erstattet.
Quellen
- gematik GmbH: Telematikinfrastruktur im Überblick, 2025.
- Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV): TI-Pflicht für Vertragsärzte, 2024.
- Bundesministerium für Gesundheit: Digitalgesetz (DigiG), 2024.
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