Die Gewässerschadenhaftpflichtversicherung ist eine spezielle Haftpflichtversicherung, die Betriebe und Eigentümer absichert, die gewässergefährdende Stoffe lagern oder verwenden, und die gesetzliche Haftungsansprüche Dritter sowie Behörden bei einer Gewässerverschmutzung deckt.

Bedeutung für Ärzte

Arztpraxen, die mit Heizöl betriebene Heizungsanlagen nutzen, bestimmte Chemikalien für medizinische Untersuchungen lagern oder Desinfektionsmittel und Chemikalien in größeren Mengen vorhalten, können unter die Pflicht zur Gewässerschadenhaftpflichtversicherung fallen. Bei einem Ölaustritt aus dem Heizöltank einer Praxis, der in Grundwasser oder Kanalisation gelangt, sind die Sanierungskosten für den Verursacher immens. Ohne Versicherung haftet der Praxisinhaber unbegrenzt persönlich. Ärzteversichert empfiehlt, im Rahmen der Praxis-Inhalts- oder Betriebshaftpflichtversicherung zu prüfen, ob ein Gewässerschadenbaustein bereits enthalten oder separat abzuschließen ist.

Abgrenzung

Die Gewässerschadenhaftpflicht ist von der allgemeinen Betriebshaftpflichtversicherung zu unterscheiden, die Personen- und Sachschäden Dritter im normalen Betriebsablauf abdeckt, aber Umweltschäden explizit ausschließt. Gewässerschäden erfordern entweder einen Zusatzbaustein in der Betriebshaftpflicht oder eine eigenständige Umwelthaftpflichtversicherung.

Praxisbeispiel

Eine Praxis im Erdgeschoss eines älteren Gebäudes wird mit Heizöl beheizt. Bei einer Leckage des unterirdischen Tanks treten 500 Liter Heizöl aus und versickern im Erdreich. Die Sanierungskosten betragen 120.000 Euro. Dank der Gewässerschadenhaftpflicht übernimmt der Versicherer Sanierungskosten und Schadensersatzansprüche der Behörde.

Quellen

  • Wasserhaushaltsgesetz (WHG), § 89: Gewässerschadenhaftpflicht.
  • Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Umwelthaftpflicht für Betriebe, 2024.
  • Bundesumweltamt: Heizöltanks und Umweltschutz, 2023.

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