Die gleitende Neuwertversicherung ist eine Versicherungsform, bei der die Versicherungssumme nicht statisch festgelegt ist, sondern automatisch an einen Index (z.B. Baupreisindex, Preisindex für Praxisausstattung) angepasst wird. Sie stellt sicher, dass die Versicherungssumme stets dem aktuellen Wiederbeschaffungswert entspricht und eine Unterversicherung vermieden wird.

Bedeutung für Ärzte

Für Praxisinhaber mit eigenen Räumlichkeiten oder hochwertiger Praxisausstattung ist die gleitende Neuwertversicherung besonders relevant. Medizintechnik und Baupreise steigen kontinuierlich: Ein Ultraschallgerät, das 2015 für 25.000 Euro angeschafft wurde, kostet 2025 als Neugerät 35.000 bis 45.000 Euro. Ohne gleitende Anpassung würde die Versicherung nur 25.000 Euro erstatten, was eine Unterversicherungslücke von bis zu 20.000 Euro bedeutet. Der gleitende Neuwertversicherungsschutz nutzt Indizes des Statistischen Bundesamts und passt die Prämie jährlich automatisch an, ohne dass der Praxisinhaber aktiv tätig werden muss. Ärzteversichert prüft bestehende Praxisversicherungen auf Unterversicherungsrisiken und fehlende gleitende Anpassungen.

Abgrenzung

Die gleitende Neuwertversicherung ist von der Zeitwertversicherung zu unterscheiden: Bei der Zeitwertversicherung wird nur der tatsächliche Wert zum Schadenszeitpunkt erstattet (Neuwert abzüglich Abnutzung), was bei älteren Geräten zu erheblichen Unterdeckungen führt. Auch von der einfachen Neuwertversicherung mit fixer Summe unterscheidet sich die gleitende Variante durch die automatische Indexierung.

Beispiel

Eine Radiologiepraxis versichert ihre Praxiseinrichtung 2020 mit einer gleitenden Neuwertversicherung über 500.000 Euro. Bis 2024 steigt der Praxisausstattungsindex um 18 Prozent. Die Versicherungssumme wird automatisch auf 590.000 Euro erhöht. Nach einem Wasserschaden werden die Wiederbeschaffungskosten vollständig ersetzt.

Quellen

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