Der Glidepath (englisch für "Gleitpfad") bezeichnet in der Altersvorsorge die planmäßige, schrittweise Umschichtung eines Anlageportfolios von renditeorientierten, risikoreichen Anlagen (Aktien) hin zu stabilitätsorientierten, risikoärmeren Anlagen (Anleihen, Geldmarktfonds) mit zunehmendem Alter des Anlegers.
Bedeutung für Ärzte
Ärzte, die neben dem Versorgungswerk privat für das Alter vorsorgen, profitieren vom Glidepath-Prinzip als Risikomanagementstrategie. Ein klassisches Glidepath-Modell empfiehlt, den Aktienanteil im Portfolio mit dem Alter schrittweise zu reduzieren: Faustformel "100 minus Lebensalter" als Aktienanteil (z.B. 60 Prozent Aktien mit 40 Jahren, 30 Prozent mit 70 Jahren). Professionellere Modelle nutzen Lebenserwartung und Renteneintrittszeitpunkt als Steuerungsgrößen. Viele Fondssparpläne und Robo-Advisor setzen den Glidepath automatisch um. Für Niedergelassene mit Versorgungswerk-Rente ist der private Glidepath weniger kritisch als für Ärzte ohne betriebliche Altersabsicherung. Ärzteversichert berät zur individuellen Altersvorsorgestruktur unter Einbezug des Versorgungswerks.
Abgrenzung
Der Glidepath ist von der statischen Asset Allocation zu unterscheiden: Eine statische Allokation (z.B. immer 60/40) passt sich nicht dem Alter an. Auch von Target-Date-Fonds ist der manuelle Glidepath zu trennen: Target-Date-Fonds setzen den Glidepath automatisch um und eignen sich für Anleger ohne aktives Portfoliomanagement.
Beispiel
Ein 45-jähriger Chirurg spart 2.000 Euro monatlich in einem Depot. Laut Glidepath-Modell hält er 55 Prozent Aktien, 45 Prozent Anleihen. Mit 60 Jahren reduziert er automatisch auf 40 Prozent Aktien. Zum Renteneintritt mit 67 Jahren sind nur noch 30 Prozent in Aktien, um Kursschwankungen kurz vor Entnahme zu minimieren.
Quellen
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