Greenwashing bezeichnet im Kontext von ESG-Investments (Environmental, Social, Governance) die Praxis, Finanzprodukte wie Fonds, ETFs oder Versicherungsprodukte als nachhaltig oder umweltfreundlich zu vermarkten, ohne dass diese die beworbenen ESG-Kriterien tatsächlich oder in ausreichendem Maße erfüllen.

Bedeutung für Ärzte

Ärzte, die ökologisch oder sozial ausgerichtet investieren möchten, sind einem erheblichen Greenwashing-Risiko ausgesetzt. Studien zeigen, dass ein erheblicher Anteil der als "grün" oder "nachhaltig" vermarkteten Fonds in fossile Energien, Rüstungsunternehmen oder andere nicht-nachhaltige Bereiche investiert. Schutzmaßnahmen: Erstens sollten Artikel-8-Fonds (hellgrün) nach EU-Offenlegungsverordnung von Artikel-9-Fonds (dunkelgrün, strengste ESG-Kriterien) unterschieden werden. Zweitens lohnt es sich, Portfolio-Transparenzberichte zu prüfen. Die BaFin und die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) gehen zunehmend gegen Greenwashing vor und haben 2023/2024 mehrere Fälle verfolgt. Ärzteversichert berät zu transparenter und nachhaltig ausgerichteter Vermögensanlage.

Abgrenzung

Greenwashing ist von legitimen ESG-Investments zu unterscheiden: Nicht jeder ESG-Fonds ist Greenwashing; die Qualität variiert erheblich. Auch von "Impact Investing" (direkter messbarer Nachhaltigkeitseffekt) unterscheidet sich Greenwashing, das nur die Vermarktung, nicht die tatsächliche Wirkung betrifft.

Beispiel

Ein Arzt investiert in einen als "nachhaltigen" Infrastruktur-Fonds beworbenen Artikel-8-Fonds. Bei näherer Prüfung des Portfolios stellt er fest, dass 15 Prozent der Anlagen in Öl- und Gasgesellschaften gehalten werden. Der Fonds erfüllt zwar formal ESG-Mindestkriterien, täuscht aber durch Marketing über die tatsächliche Zusammensetzung hinweg.

Quellen

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