Immobilienfonds (offen / geschlossen) bezeichnen zwei grundlegend verschiedene Formen des kollektiven Immobilieninvestments: Offene Immobilienfonds sind Sondervermögen nach KAGB, in die Anleger jederzeit einzahlen und Anteile unter Einhaltung von Rückgabefristen zurückgeben können. Geschlossene Immobilienfonds hingegen sind Beteiligungsgesellschaften mit fixem Eigenkapital und langer Laufzeit (oft 10 bis 20 Jahre), in denen das Kapital bis zum Ende der Fondslaufzeit gebunden ist.
Offene Fonds investieren in viele Objekte und bieten Diversifikation; geschlossene Fonds konzentrieren sich oft auf ein bis wenige Objekte und bieten höhere Renditechancen bei höherem Risiko.
Bedeutung für Ärzte
Für Ärzte, die ihr Kapital breit streuen und gleichzeitig Immobilienexposure aufbauen möchten, bieten offene Fonds eine einfache und liquide Lösung. Die historische Rendite liegt bei 2 bis 4 % jährlich. Geschlossene Fonds können höhere Renditen (5 bis 8 %) bieten, binden aber Kapital dauerhaft und sind nur eingeschränkt handelbar. Ärzteversichert empfiehlt, beide Varianten im Kontext des Gesamtvermögens und der Liquiditätsplanung zu bewerten.
Abgrenzung
Offene Fonds unterstehen der BaFin-Aufsicht und sind regulierte Finanzprodukte nach KAGB. Geschlossene Fonds können als AIF (Alternative Investment Fund) oder in anderen Rechtsformen konstruiert sein und unterliegen ebenfalls der BaFin-Regulierung seit 2013, sind jedoch für erfahrene Anleger konzipiert und haben höhere Mindestinvestitionen.
Beispiel
Dr. Hagen möchte 50.000 Euro in Immobilien anlegen, ohne direkt Eigentümer zu werden. Er investiert 30.000 Euro in einen offenen Immobilienfonds (liquide, diversifiziert, ca. 2,5 % Rendite/Jahr) und 20.000 Euro in einen geschlossenen Fonds, der ein Bürogebäude in einer Großstadt finanziert (erwartet 6 % Rendite/Jahr, Kapital 12 Jahre gebunden).
Quellen
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