Indikation Impfung bezeichnet die medizinische Begründung für die Durchführung einer Schutzimpfung bei einem konkreten Patienten. Die Indikation unterscheidet zwischen Standardimpfungen (STIKO-Empfehlung für die gesamte Bevölkerung oder Altersgruppen), Indikationsimpfungen (für bestimmte Risikogruppen oder besondere Expositionen) und Reiseimpfungen (je nach Zielregion).
Die Indikationsstellung erfordert eine individuelle Bewertung des Patienten: Vorerkrankungen, Allergien, Begleitmedikation, Immunstatus und mögliche Kontraindikationen sind zu berücksichtigen.
Bedeutung für Ärzte
Die korrekte Indikationsstellung und Dokumentation schützt Ärzte vor Haftungsansprüchen. Bei einer Impfkomplikation muss der Arzt nachweisen können, dass die Indikation korrekt gestellt, der Patient aufgeklärt und die Impfung lege artis durchgeführt wurde. Für die Abrechnung bei GKV-Patienten ist entscheidend, ob die Impfung eine STIKO-Standardimpfung (über EBM abrechenbar) oder eine Indikationsimpfung ist, die gesondert begründet werden muss. Ärzteversichert empfiehlt, die Indikationsdokumentation direkt in die Patientenakte zu integrieren.
Abgrenzung
Die Indikation einer Impfung unterscheidet sich von der Kontraindikation: Während die Indikation die Gründe für die Impfung beschreibt, benennt die Kontraindikation Umstände, unter denen eine Impfung nicht durchgeführt werden darf (z. B. Allergie gegen Impfstoffkomponenten, schwere Immunsuppression).
Beispiel
Dr. Preis behandelt einen 68-jährigen Patienten mit Diabetes mellitus. Sie stellt die Indikation für eine Pneumokokken-Impfung (Indikationsimpfung bei chronischer Erkrankung), da Diabetiker ein erhöhtes Risiko für schwere Pneumokokken-Infektionen haben. Die Impfung wird dokumentiert und über den EBM abgerechnet.
Quellen
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