Das Inflationsrisiko bezeichnet das Risiko, dass die Geldentwertung durch steigende Preise die nominale Rendite einer Kapitalanlage übersteigt und damit der reale Wert des angesparten Vermögens sinkt. Es ist eines der zentralen Risiken für langfristige Sparvorgänge und die Altersvorsorge, da auch kleine jährliche Inflationsraten über Jahrzehnte zu erheblichem Kaufkraftverlust führen.

Bei einer Inflation von 3 % pro Jahr halbiert sich die Kaufkraft eines festverzinslich angelegten Kapitals in 24 Jahren. Besonders betroffen sind Anlageformen mit fixem Nominalzins wie Sparbücher, Tagesgeld und Festgeld.

Bedeutung für Ärzte

Ärzte, die für die Altersvorsorge auf klassische Sparprodukte setzen, unterschätzen häufig das Inflationsrisiko. In Phasen hoher Inflation (Deutschland 2022: über 7 %) verlieren selbst nominal positiv verzinste Anlagen real an Wert. Für Ärzte mit einem langen Anlagehorizont bis zur Rente sind reale, also inflationsgeschützte Anlageformen wie Aktien, Immobilien oder inflationsindexierte Anleihen besonders relevant. Ärzteversichert empfiehlt, bei der Altersvorsorgeplanung immer die Realrendite nach Inflation als Kennzahl zu verwenden.

Abgrenzung

Das Inflationsrisiko ist vom Marktpreisrisiko (Schwankung des Kurswerts einer Anlage) zu unterscheiden. Aktien unterliegen starken Kursschwankungen, bieten aber historisch langfristig eine positive Realrendite, während festverzinsliche Anlagen stabile Nominalrenditen aufweisen, aber inflationsanfällig sind.

Beispiel

Dr. Weis legt 100.000 Euro auf einem Festgeldkonto zu 2 % Jahresrendite an. Die Inflation beträgt im selben Jahr 4 %. Seine reale Rendite beträgt damit minus 2 %; das Vermögen hat trotz Zinsgutschrift real an Kaufkraft verloren. Hätte Dr. Weis stattdessen in einen diversifizierten Aktienindex investiert, hätte er langfristig eine positive Realrendite erzielen können.

Quellen

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