Der interne Zinsfuß (IRR, Internal Rate of Return) bezeichnet eine finanzmathematische Kennzahl zur Beurteilung der Rentabilität einer Kapitalanlage. Er gibt den Diskontierungszinssatz an, bei dem der Nettogegenwartswert (NPV) aller Zahlungsströme einer Investition genau null beträgt. Je höher der IRR, desto attraktiver ist die Investition aus Renditeperspektive.
Der IRR berücksichtigt den zeitlichen Verlauf aller Ein- und Auszahlungen: Einstiegsinvestition, laufende Erträge (z. B. Mieteinnahmen) und den Verkaufserlös am Ende des Anlagezeitraums werden zu einer einzigen Renditekennzahl zusammengefasst.
Bedeutung für Ärzte
Ärzte, die in Immobilien, geschlossene Fonds oder Praxisbeteiligungen investieren, treffen auf den IRR als Vergleichsmaßstab zwischen verschiedenen Investitionsmöglichkeiten. Ein Fonds mit einem prognostizierten IRR von 8 % ist ceteris paribus attraktiver als einer mit 5 % IRR. Vorsicht ist geboten, wenn Prognosen auf unrealistisch positiven Annahmen basieren. Ärzteversichert empfiehlt, den IRR immer im Vergleich zu alternativen Anlagen zu beurteilen und zu prüfen, ob die Annahmen plausibel sind.
Abgrenzung
Der IRR unterscheidet sich vom einfachen Zinssatz einer Anleihe (der nur laufende Zinsen beschreibt) und vom Kapitalwert (NPV), der einen absoluten Überschuss in Euro angibt. IRR und NPV ergänzen sich: Der NPV zeigt, wie viel absolute Überrendite eine Investition erzeugt; der IRR zeigt die prozentuale Rendite im Zeitverlauf.
Beispiel
Dr. Roth investiert 200.000 Euro in eine Eigentumswohnung. Er erwartet 10 Jahre lang Mieteinnahmen von 8.000 Euro jährlich und einen Verkaufserlös von 250.000 Euro. Der IRR dieser Investition liegt bei ca. 6,2 %. Verglichen mit einer Tagesgeldanlage zu 2 %, ist die Immobilie deutlich attraktiver, wenn man das höhere Risiko der Wertentwicklung akzeptiert.
Quellen
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