KIM (Kommunikation im Medizinwesen) bezeichnet den sicheren, Ende-zu-Ende-verschlüsselten E-Mail-Dienst der deutschen Telematikinfrastruktur (TI), der für den rechtssicheren digitalen Dokumentenaustausch zwischen Arztpraxen, Krankenhäusern, Apotheken und Krankenkassen entwickelt wurde. KIM ersetzt Fax und postalische Kommunikation für strukturierte medizinische Dokumente wie Arztbriefe, eAU und Befundberichte. Der Dienst basiert auf dem S/MIME-Standard und ist in §291a SGB V gesetzlich verankert.

Bedeutung für Ärzte

KIM ist seit 2021 für alle Vertragsarztpraxen verpflichtend; ohne KIM-Anbindung drohen Honorarkürzungen. Der Dienst ermöglicht datenschutzkonforme Kommunikation gemäß DSGVO und ersetzt unsichere Kanäle wie Fax oder unverschlüsselte E-Mail. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung wurden bis Anfang 2025 über 200 Millionen KIM-Nachrichten in der TI versendet. Ärzteversichert berücksichtigt KIM-Pflichten bei der Beratung zu Praxis-IT-Versicherungen, da Systemausfälle haftungsrechtliche Konsequenzen haben können.

Abgrenzung

KIM unterscheidet sich vom TIM-Dienst (TI-Messenger), der für direkte Kurznachrichten und Konsultationen gedacht ist. Während KIM asynchron arbeitet (wie E-Mail), ist TIM auf Echtzeit-Kommunikation ausgerichtet. Beide sind Bestandteile der TI, werden jedoch für unterschiedliche Anwendungsfälle genutzt.

Beispiel

Ein Hausarzt erstellt nach einer Konsultation einen Arztbrief und versendet ihn über sein Praxisverwaltungssystem direkt per KIM an den behandelnden Kardiologen. Der Brief wird automatisch signiert, verschlüsselt und über den TI-Konnektor zugestellt. Der Kardiologe empfängt das Dokument in seinem System ohne Medienbruch.

Quellen

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