Die Kinder-BU bezeichnet eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die für Kinder und Jugendliche meist im Alter zwischen 5 und 20 Jahren abgeschlossen wird, bevor eine Berufswahl getroffen wurde. Da Kinder noch keinen Beruf ausüben, wird im Leistungsfall auf schulische oder ausbildungsbedingte Einschränkungen abgestellt. Kernmerkmal ist, dass der Vertrag günstiger Eintrittsprämien profitiert und häufig ein Nachversicherungsrecht enthält, das später die Erhöhung ohne erneute Gesundheitsprüfung erlaubt.

Bedeutung für Ärzte

Für angehende Ärzte, die ein Medizinstudium beginnen, ist die frühzeitig abgeschlossene Kinder-BU ein strategischer Vorteil. Wer bereits mit 15 Jahren eintritt, zahlt rund 30 bis 50 Prozent niedrigere Prämien als beim Abschluss mit 25 Jahren. Wichtiger noch: Erkrankungen, die im Studium auftreten, können beim Wechsel in eine Erwachsenen-BU oder beim Einschluss des Arztberufs als Risikoausschlüsse vermerkt werden. Schließt man vor dem Auftreten solcher Vorerkrankungen ab, entfallen diese Ausschlüsse. Das Nachversicherungsrecht bei Abschluss des Studiums oder der Facharztweiterbildung ermöglicht eine Aufstockung der Rente ohne neue Gesundheitsprüfung. Ärzteversichert empfiehlt, die Kinder-BU als ersten Baustein eines lebenslangen Absicherungskonzepts zu verstehen.

Abgrenzung

Die Kinder-BU ist nicht mit einer Unfallversicherung für Kinder zu verwechseln, die nur bei Unfallinvalidität leistet, nicht aber bei Erkrankungen. Sie unterscheidet sich auch von der regulären BU für Erwachsene, die an einen konkret ausgeübten Beruf anknüpft. Einige Anbieter nennen das Produkt auch „Starter-BU" oder „Schüler-BU", meinen aber dasselbe Konstrukt.

Beispiel

Eltern schließen für ihren 14-jährigen Sohn eine Kinder-BU mit einer monatlichen Rentenabsicherung von 500 Euro ab. Als er mit 25 Jahren das Medizinstudium abschließt und als Assistenzarzt startet, nutzt er das Nachversicherungsrecht und erhöht die Rente auf 2.000 Euro, ohne eine neue Gesundheitsprüfung ablegen zu müssen.

Quellen

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