Kompetenzbasierte Weiterbildung bezeichnet ein Weiterbildungskonzept für Ärzte, das nicht allein auf dem Nachweis einer bestimmten Weiterbildungszeit basiert, sondern den Erwerb, die Dokumentation und den Nachweis konkreter klinischer Kompetenzen in den Mittelpunkt stellt und durch strukturierte Logbücher, Assessments und Evaluationen belegt wird. Das Konzept wurde mit der Novellierung der Musterweiterbildungsordnung (MWBO) 2018 der Bundesärztekammer eingeführt.

Bedeutung für Ärzte

Die kompetenzbasierte Weiterbildung verändert den Alltag weiterbildender und weitergebildeter Ärzte gleichermaßen: Statt reiner Zeiterfassung müssen nun spezifische Kompetenzbereiche (entrustable professional activities, EPAs) nachgewiesen und vom Weiterbilder bestätigt werden. Logbücher werden verpflichtend; ihre sorgfältige Führung ist Voraussetzung für die Zulassung zur Facharztprüfung. Die Bundesärztekammer hat ca. 80 Facharzt-Kompetenzkataloge erarbeitet. Ärzteversichert weist darauf hin, dass eine lückenlose Weiterbildungsdokumentation auch für die spätere Berufshaftpflichtversicherung relevant sein kann.

Abgrenzung

Die kompetenzbasierte Weiterbildung unterscheidet sich vom rein zeitbasierten Weiterbildungsmodell, bei dem die Ableistung einer vorgeschriebenen Weiterbildungszeit (z. B. 60 Monate) für die Facharztanerkennung ausreicht. Sie ist außerdem von der Fortbildungspflicht zu unterscheiden, die für niedergelassene Fachärzte nach der Facharztanerkennung gilt und auf kontinuierliche Aktualisierung zielt.

Beispiel

Ein Assistenzarzt in der Inneren Medizin führt sein Logbuch sorgfältig. Er dokumentiert, dass er eigenständig Herzultraschall-Untersuchungen durchgeführt hat, und lässt dies von seinem Oberarzt als EPA bestätigen. Am Ende der Weiterbildungszeit kann er neben der Zeitdauer auch nachgewiesene Kompetenzen für die Facharztprüfung vorweisen.

Quellen

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