Eine Kostenstelle (Praxis) bezeichnet eine abgegrenzte betriebliche Einheit innerhalb einer Arztpraxis, der Kosten gezielt zugeordnet werden, um die Entstehung und Verwendung der Aufwendungen transparent zu machen und die Wirtschaftlichkeit einzelner Praxisbereiche oder Leistungsgruppen separat beurteilen zu können. In einer größeren Praxis oder einem MVZ können Kostenstellen nach Fachbereichen, Behandlungsräumen, Geräten oder Standorten gebildet werden.

Bedeutung für Ärzte

Die Kostenstellenrechnung in der Praxis ermöglicht es Ärzten, zu erkennen, welche Bereiche ihrer Praxis rentabel sind und wo Optimierungsbedarf besteht. Beispielsweise lässt sich der Deckungsbeitrag eines Ultraschallgeräts durch die Gegenüberstellung von Geräteleasing, Wartungskosten und erzielten Abrechungsergebnissen berechnen. Größere Arztpraxen und MVZ nutzen die Kostenstellenrechnung als zentrales Controlling-Instrument. Ärzteversichert empfiehlt, die Kostenstellenstruktur mit dem Steuerberater oder Praxisberater abzustimmen.

Abgrenzung

Die Kostenstelle ist von der Kostenart (Art der Kosten, z. B. Personal, Miete) und dem Kostenträger (z. B. einzelner Patient oder Leistung) zu unterscheiden. Im Unterschied zur einfachen Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermöglicht die Kostenstellenrechnung eine differenziertere Analyse der Praxiswirtschaft.

Beispiel

Eine Augenarztpraxis führt Kostenstellen für den Bereich „Lasik-Behandlungen" und „GKV-Sprechstunde" getrennt. Dem Lasik-Bereich werden Geräteleasing, Materialeinsatz und anteilige Personalkosten zugeordnet. Am Jahresende zeigt sich, dass Lasik trotz hoher Investitionskosten einen überdurchschnittlichen Deckungsbeitrag liefert, während die GKV-Sprechstunde kostenseitig effizienter gestaltet werden muss.

Quellen

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