Die Kostenstelle bezeichnet in der Praxisbuchhaltung und im Controlling eine organisatorische Einheit, der Kosten und Erlöse systematisch zugeordnet werden, um die Wirtschaftlichkeit einzelner Leistungsbereiche zu analysieren. In einer Arztpraxis können typische Kostenstellen das Kassenlabor, das Privatlabor, der Ultraschallbereich, die IGeL-Sprechstunde oder die Sprechstunde selbst sein. Die Abgrenzung erfolgt nach dem Verursacherprinzip: Jede Kostenstelle trägt nur die Kosten, die ihr tatsächlich zuzurechnen sind.

Bedeutung für Ärzte

Praxisinhaber, die ihre Einnahmen und Ausgaben lediglich global erfassen, erkennen oft nicht, welche Leistungsbereiche profitabel sind und welche Ressourcen verbrauchen, ohne adäquate Deckungsbeiträge zu erwirtschaften. Eine Kostenstellenrechnung macht sichtbar, dass zum Beispiel das Kassenlabor bei einem Fixkostenanteil von monatlich 3.000 Euro erst ab einer bestimmten Fallzahl kostendeckend arbeitet. In einer Praxis mit 200 Quadratmetern Mietfläche sollten die Gemeinkosten (Miete, Strom, Verwaltung) sachgerecht auf die Kostenstellen verteilt werden. Ärzteversichert empfiehlt, das Kostenstellen-Controlling mit dem Steuerberater einzurichten, da es eine wichtige Grundlage für Investitionsentscheidungen und die Bewertung beim Praxisverkauf liefert.

Abgrenzung

Die Kostenstelle ist ein Element der Kosten- und Leistungsrechnung und nicht mit dem steuerlichen Buchführungssystem identisch. Sie dient dem internen Management und ist freiwillig. Kostenträger hingegen beziehen sich auf die einzelne Leistung oder den einzelnen Patienten; Kostenstellenrechnung und Kostenträgerrechnung ergänzen sich im Praxis-Controlling.

Beispiel

Eine Gemeinschaftspraxis führt drei Kostenstellen: allgemeine Sprechstunde, Ultraschall und IGeL. Die Auswertung zeigt, dass die IGeL-Sprechstunde bei 40 Stunden monatlichem Zeitaufwand und 8.000 Euro Umsatz nach Abzug aller Kosten den höchsten Deckungsbeitrag erzielt. Auf dieser Basis entscheiden die Ärzte, das IGeL-Angebot auszubauen.

Quellen

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