Das Krankenhaustagegeld bezeichnet eine Versicherungsleistung, die für jeden Tag eines stationären Krankenhausaufenthalts einen vertraglich festgelegten Betrag auszahlt, unabhängig von den tatsächlich entstandenen Behandlungskosten. Im Gegensatz zur Krankenhauskosten-Erstattung dient das Tagegeld nicht der Deckung medizinischer Ausgaben, sondern dem Ausgleich persönlicher Mehrkosten und Einkommensausfälle während des stationären Aufenthalts. Typische Tagessätze liegen zwischen 30 und 200 Euro.

Bedeutung für Ärzte

Für niedergelassene Ärzte, die im Krankheitsfall auf ihr tägliches Praxiseinkommen angewiesen sind, kann das Krankenhaustagegeld einen Teil des Verdienstausfalls kompensieren, wenn die Praxis während des stationären Aufenthalts schließen muss oder ein Vertretungsarzt teuer angeheuert werden muss. Als GKV-Versicherter zahlt man bei stationären Aufenthalten zudem 10 Euro Zuzahlung pro Tag (maximal 28 Tage jährlich), die ein Krankenhaustagegeld ebenfalls abdecken kann. PKV-Versicherte mit einem Tarif, der alle stationären Kosten erstattet, nutzen das Krankenhaustagegeld vorrangig für Komfort und Mehraufwendungen. Ärzteversichert weist darauf hin, dass das Krankenhaustagegeld mit einem Krankentagegeld-Tarif kombiniert werden sollte, um Einkommenslücken vollständig zu schließen.

Abgrenzung

Das Krankenhaustagegeld ist nicht identisch mit dem Krankentagegeld: Das Krankentagegeld zahlt bei jeder Arbeitsunfähigkeit, unabhängig davon, ob ein stationärer Aufenthalt vorliegt. Das Krankenhaustagegeld hingegen ist ausschließlich an den stationären Aufenthalt geknüpft und läuft auch dann, wenn der Versicherte arbeitsfähig ist (zum Beispiel bei einer geplanten Operation). Krankenhaustagegeldversicherungen sind auch als eigenständige Produkte erhältlich, nicht nur als Zusatzleistung einer PKV.

Beispiel

Ein GKV-versicherter Allgemeinmediziner wird nach einem Unfall fünf Tage stationär behandelt. Sein Krankenhaustagegeld von 100 Euro täglich ergibt 500 Euro Gesamtleistung. Damit deckt er die GKV-Zuzahlung von 50 Euro und nutzt den Rest für persönliche Ausgaben während des Aufenthalts.

Quellen

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