Kreditwürdigkeit, auch Bonität genannt, bezeichnet die Einschätzung eines Kreditgebers über die Fähigkeit und Bereitschaft eines Kreditnehmers, eingegangene Darlehensverbindlichkeiten vertragsgemäß zu erfüllen. Für Ärzte gilt dabei eine besonders günstige Ausgangslage: Banken stufen approbierte Mediziner aufgrund ihres stabilen, überdurchschnittlichen Einkommens, der in der Regel gesicherten Berufsausübungsgenehmigung und der langen Berufslaufbahn als bonitätsstarke Kreditnehmer ein.

Bedeutung für Ärzte

Bei der Praxisfinanzierung spielen die Kreditkonditionen eine erhebliche Rolle: Ein Praxiskauf kostet im Bundesdurchschnitt 200.000 bis 400.000 Euro, Neueinrichtungen können deutlich mehr kosten. Ärzte erhalten bei spezialisierten Banken und Heilberufe-Kreditprogrammen oft Darlehen ohne Eigenkapital (100-Prozent-Finanzierung), zu günstigeren Zinssätzen und mit tilgungsfreien Anlaufjahren. Entscheidend für die Bonität sind neben SCHUFA-Score und Einkommensnachweisen auch der Businessplan, prognostizierte Praxisumsätze und vorhandene Sicherheiten (Immobilien, Lebensversicherungen). Ärzteversichert empfiehlt, vor einer Kreditaufnahme eine umfassende Absicherung der Arbeitskraft und der Praxis zu gewährleisten, da Banken die Kreditbedingungen oft an den Nachweis ausreichender Versicherungen knüpfen.

Abgrenzung

Kreditwürdigkeit ist nicht identisch mit Kreditfähigkeit: Die Kreditfähigkeit prüft die rechtliche Geschäftsfähigkeit (Volljährigkeit, keine Entmündigung), während die Kreditwürdigkeit die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bewertet. Die SCHUFA-Auskunft ist ein Teilaspekt der Bonitätsprüfung, aber nicht ihr einziges Element.

Beispiel

Eine Ärztin möchte nach ihrer Facharztanerkennung eine Praxis übernehmen. Die spezialisierte Ärztebank prüft ihre Bonität: Sie verfügt über ein Bruttoeinkommen von 130.000 Euro als Oberärztin, keinen negativen SCHUFA-Eintrag und einen Businessplan mit realistischen Umsatzprognosen. Die Bank gewährt ein Praxisdarlehen von 350.000 Euro ohne Eigenkapital zu einem Zinssatz von 4,2 Prozent.

Quellen

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