Das Laufzeitrisiko bezeichnet das Risiko bei Anleihen und festverzinslichen Wertpapieren, dass steigende Marktzinsen zu einem Kursrückgang der Anleihe führen, wobei der Kursrückgang umso größer ist, je länger die Restlaufzeit der Anleihe beträgt. Das Laufzeitrisiko wird durch die Duration quantifiziert, die die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer einer Anleihe misst und als Maß für die Zinssensitivität gilt.

Bedeutung für Ärzte

Für Ärzte als Kapitalanleger ist das Laufzeitrisiko relevant, wenn sie in Anleihen oder Rentenfonds investieren. In einem Niedrigzinsumfeld neigen Anleger dazu, längerlaufende Anleihen zu kaufen, um höhere Kupons zu erzielen; steigen die Zinsen später, fallen die Kurse dieser Anleihen erheblich. Ein Arzt, der 30-jährige Staatsanleihen hält, hat ein deutlich höheres Laufzeitrisiko als jemand, der 2-jährige Anleihen hält. Ärzteversichert empfiehlt, bei der Portfoliogestaltung die Duration an den geplanten Anlagehorizont anzupassen.

Abgrenzung

Das Laufzeitrisiko ist eine spezifische Form des Zinsänderungsrisikos und bezieht sich auf den Kurseffekt bei Sekundärmarkttransaktionen. Es ist vom Ausfallrisiko (Kreditrisiko) zu unterscheiden, das das Risiko der Nichtrückzahlung bei Fälligkeit beschreibt. Bei Halten einer Anleihe bis zur Fälligkeit (Buy-and-Hold) realisiert sich das Laufzeitrisiko nicht, da der Nennwert zurückgezahlt wird.

Beispiel

Ein Arzt kauft im Jahr 2020 eine 10-jährige Bundesanleihe mit einem Kupon von 0,5 Prozent. Als die Zinsen 2022 stark ansteigen und vergleichbare Anleihen nun 2,5 Prozent bieten, fällt der Kurs seiner Anleihe deutlich unter 100 Prozent des Nennwerts. Wenn er die Anleihe vor Fälligkeit verkaufen möchte, realisiert er das Laufzeitrisiko als Kursverlust.

Quellen

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