Leverage (Fremdfinanzierung) bezeichnet den bewussten Einsatz von Fremdkapital (Krediten, Darlehen) zur Finanzierung von Investitionen, mit dem Ziel, die Eigenkapitalrendite durch den Hebeleffekt zu steigern: Wenn die Rendite der Investition den Fremdkapitalzins übersteigt, erhöht sich die Eigenkapitalrendite überproportional. Gleichzeitig verstärkt Leverage Verluste, wenn die Investitionsrendite unter den Zinssatz fällt.
Bedeutung für Ärzte
Für Ärzte ist Leverage bei der Praxisfinanzierung allgegenwärtig: Praxisübernahmen, Geräteankäufe oder Immobilieninvestitionen werden häufig teilweise fremdfinanziert. Eine Praxis, die mit einem Kredit von 300.000 Euro finanziert wird und 8 Prozent Rendite auf das Gesamtkapital erzielt, bei einem Zinssatz von 4 Prozent, erhöht die Eigenkapitalrendite erheblich. Ärzteversichert empfiehlt, den Verschuldungsgrad bei Praxisfinanzierungen sorgfältig zu planen und ausreichende Liquiditätspuffer vorzuhalten.
Abgrenzung
Leverage im Finanzierungskontext ist von dem Leverage-Effekt bei derivativen Finanzprodukten (z. B. Zertifikaten mit Hebel) zu unterscheiden. Bei Praxisfinanzierungen handelt es sich um klassischen operativen Leverage, der langfristig angelegt ist. Spekulativer Leverage mit Derivaten ist eine andere, deutlich risikobehaftetere Form.
Beispiel
Ein Arzt kauft eine Immobilie für eine neue Praxis für 600.000 Euro. Er bringt 200.000 Euro Eigenkapital ein und finanziert 400.000 Euro mit einem Bankdarlehen zu 3,5 Prozent Zinsen. Steigt der Wert der Immobilie auf 700.000 Euro, beträgt der Gewinn auf das Eigenkapital von 200.000 Euro (bezogen auf Eigenkapital) 50 Prozent, obwohl die Gesamtrendite nur ca. 16 Prozent beträgt: Dies ist der Leverage-Effekt.
Quellen
- BaFin – Kredit und Finanzierung
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – Praxisfinanzierung
- GDV – Kapitalanlage
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