Eine Liquiditätsreserve bezeichnet einen vorgehaltenen, jederzeit verfügbaren Geldpuffer, der für unvorhergesehene Ausgaben, temporäre Einnahmeausfälle oder Investitionschancen bereitgehalten wird, ohne dass kurzfristige Kredite aufgenommen werden müssen. In einer Arztpraxis empfiehlt sich eine Liquiditätsreserve von mindestens zwei bis drei Monatsausgaben auf einem gut verzinsten Tages- oder Festgeldkonto.
Bedeutung für Ärzte
Für niedergelassene Ärzte ist eine ausreichende Liquiditätsreserve besonders wichtig, da KV-Honorare quartalsweise eingehen, laufende Ausgaben (Personal, Miete, Leasing) aber monatlich anfallen. Außerdem können unvorhergesehene Ereignisse wie Geräteschäden, Krankheitsfälle im Personal oder reguläre Praxisinvestitionen den Liquiditätsbedarf kurzfristig erhöhen. Ärzteversichert empfiehlt Praxisinhabern, die Liquiditätsreserve separat vom Betriebskonto zu führen und regelmäßig anhand der Betriebsausgaben anzupassen.
Abgrenzung
Die Liquiditätsreserve unterscheidet sich von der strategischen Altersvorsorge oder langfristigen Kapitalanlagen: Sie soll kurzfristig verfügbar sein und sollte daher nicht in Aktien oder illiquiden Anlagen gehalten werden. Auch von der Betriebsrücklage oder Investitionsrückstellung unterscheidet sie sich durch ihre Funktion als kurzfristiger Sicherheitspuffer.
Beispiel
Eine Allgemeinarztpraxis hat monatliche Fixkosten von 15.000 Euro (Personal, Miete, Versicherungen, Leasing). Die Praxisinhaberin hält eine Liquiditätsreserve von 45.000 Euro (drei Monatskosten) auf einem Tagesgeldkonto. Als im Sommer die Klimaanlage ausfällt und 8.000 Euro Reparaturkosten entstehen, kann sie die Kosten ohne Kreditaufnahme decken.
Quellen
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – Praxisfinanzen
- Bundesministerium für Gesundheit – Praxismanagement
- GDV – Betriebliche Vorsorge
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →