Der Marburger Bund (MB) ist der Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands und gleichzeitig die größte Ärztegewerkschaft des Landes mit rund 130.000 Mitgliedern. Er vertritt die beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen angestellter Krankenhausärzte und verhandelt Tarifverträge, insbesondere den TV-Ärzte (kommunale Krankenhäuser) und den Marburger Bund Tarifvertrag für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern.

Bedeutung für Ärzte

Für angestellte Ärzte in Krankenhäusern und Universitätskliniken ist der Marburger Bund die primäre Interessenvertretung. Der TV-Ärzte des Marburger Bundes regelt Gehalt, Arbeitszeit, Bereitschaftsdienst und Urlaub; er schafft bessere Bedingungen als allgemeine Krankenhaus-Tarifverträge (TVöD). Die Mitgliedschaft im Marburger Bund ist freiwillig; sie bringt rechtliche Beratung, Tarifschutz und berufspolitische Mitgestaltung. Ärzteversichert arbeitet eng mit dem Marburger Bund zusammen und bietet speziell auf angestellte Ärzte zugeschnittene Versicherungslösungen an.

Abgrenzung

Der Marburger Bund unterscheidet sich von der Bundesärztekammer und den Landesärztekammern, die Berufsrecht, Weiterbildung und Qualitätssicherung regeln; diese sind keine Gewerkschaften. Auch von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ist der Marburger Bund abzugrenzen, die niedergelassene Vertragsärzte vertritt.

Beispiel

Ein Assistenzarzt in einer kommunalen Klinik tritt dem Marburger Bund bei. Bei einer Tarifauseinandersetzung über Ruhezeiten nach Bereitschaftsdienst organisiert der Marburger Bund einen Ärztestreik. Durch den Druck der Gewerkschaft verbessert der Arbeitgeberverband kommunaler Krankenhäuser die Ruhezeiten und das Grundgehalt im neuen TV-Ärzte-Abschluss.

Quellen

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