Market-Timing bezeichnet die Anlagestrategie, durch gezieltes Kaufen vor einem Kursanstieg und Verkaufen vor einem Kursrückgang eine Überrendite gegenüber einem passiven Buy-and-Hold-Ansatz zu erzielen. In der Praxis erfordert erfolgreiches Market-Timing eine konsistente Fähigkeit, Marktbewegungen vorherzusagen, was empirisch kaum jemandem dauerhaft gelingt. Studien zeigen, dass selbst professionelle Investmentfonds-Manager nach Kosten den Markt im Durchschnitt nicht schlagen.
Bedeutung für Ärzte
Für Ärzte als Kapitalanleger ist Market-Timing ein häufiger Fehler, der aus mangelndem Vertrauen in langfristige Strategien entsteht: Ärzte mit hohem Einkommen neigen dazu, bei Markteinbrüchen ihre Positionen zu verkaufen (Panikverkauf) und bei Höchstkursen einzusteigen (FOMO). Studien belegen, dass Anleger, die die fünf besten Börsentage eines Jahrzehnts verpassen, durchschnittlich 30 bis 50 Prozent ihrer Gesamtrendite verlieren. Ärzteversichert empfiehlt Medizinern, statt Market-Timing auf ratierliches Anlegen (Cost-Averaging) und langfristige Buy-and-Hold-Strategien zu setzen.
Abgrenzung
Market-Timing unterscheidet sich von taktischer Asset-Allokation, die moderate Anpassungen der Portfoliogewichte innerhalb von Bandbreiten vornimmt, aber nicht auf exaktes Voraussagen von Kurswendepunkten zielt. Es unterscheidet sich auch von der passiven Indexanlage, die keinerlei Markttiming betreibt.
Beispiel
Ein Arzt verkauft seinen ETF-Sparplan im März 2020 aus Angst vor weiteren Corona-Kursverlusten. Der Markt erholt sich im April schnell; der Arzt kauft erst im Juli wieder ein, nachdem er den Kursanstieg verpasst hat. Die Konsequenz: Er hat den Tiefpunkt als Ausstieg und den Hochpunkt als Wiedereinstieg gewählt, statt kontinuierlich investiert zu bleiben.
Quellen
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