Der Maximum Drawdown (MDD) bezeichnet den größten kumulierten prozentualen Verlust einer Kapitalanlage oder eines Portfolios zwischen einem historischen Höchststand (Peak) und dem nachfolgenden Tiefststand (Trough) in einem bestimmten Beobachtungszeitraum. Er gilt als wichtiges Risikomaß für Anleger, die wissen wollen, mit welchem maximalen Wertverlust sie in der Vergangenheit rechnen mussten.
Bedeutung für Ärzte
Für Ärzte als Kapitalanleger ist der MDD ein praxisrelevantes Risikomaß bei der Auswahl von Investments: Ein globaler Aktien-ETF hatte historisch einen MDD von ca. 50 bis 60 Prozent in der Finanzkrise 2008/2009. Das bedeutet: Wer 500.000 Euro investiert hatte, sah zeitweise nur noch 200.000 bis 250.000 Euro auf dem Depot. Wer diesen Rückgang nicht ertragen kann oder kurzfristig Liquidität benötigt, sollte defensive Elemente ins Portfolio aufnehmen. Ärzteversichert empfiehlt, den MDD bei der Risikoeinschätzung im Rahmen der Altersvorsorgeplanung zu berücksichtigen.
Abgrenzung
Der MDD unterscheidet sich von der Volatilität (die die durchschnittlichen Schwankungen misst), da er den absolut schlechtesten Fall abbildet. Er ist auch vom Value at Risk (VaR) abzugrenzen, der den statistisch wahrscheinlichen Verlust bei einem bestimmten Konfidenzniveau schätzt.
Beispiel
Ein Arzt investiert 300.000 Euro in einen globalen Aktien-ETF. Dieser erreichte 2021 einen Höchststand, fiel dann 2022 um 25 Prozent ab. Der MDD beträgt damit 25 Prozent; der Arzt hatte zwischenzeitlich einen Buchverlust von 75.000 Euro. Da er langfristig investiert ist und keine Liquidität entnehmen musste, war der Drawdown kein realisierter Verlust; das Portfolio erholte sich vollständig.
Quellen
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