Die Medikationsanalyse ist eine systematische Überprüfung der gesamten Arzneimitteltherapie eines Patienten. Ziel ist es, arzneimittelbezogene Probleme wie Wechselwirkungen, Doppelverordnungen, falsche Dosierungen und Kontraindikationen zu erkennen und zu beheben. Sie gewinnt angesichts des demographischen Wandels und der zunehmenden Polypharmazie bei älteren Patienten an Bedeutung.
Bedeutung für Ärzte
In der ärztlichen Praxis ist die Medikationsanalyse vor allem bei Patienten mit vielen Dauermedikamenten, nach Krankenhausentlassungen oder beim Wechsel des Hausarztes wichtig. Hausärzte tragen die Hauptverantwortung für die Koordination der Gesamtmedikation. Die EBM-Ziffer 01630 erlaubt die Abrechnung einer Medikationsanalyse in bestimmten Konstellationen.
Praxishinweise
Ärzte sollten für multimorbide Patienten regelmäßig eine Medikationsanalyse durchführen oder von Apothekern initiieren lassen. Digitale Medikationspläne, die über die elektronische Patientenakte (ePA) zugänglich sind, erleichtern die Übersicht. Die AMTS-Initiative (Arzneimitteltherapiesicherheit) bietet Schulungen und Leitfäden.
Quellen:
- Bundesärztekammer: AMTS
- KBV: Medikationsanalyse EBM
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte
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