Die Musterberufsordnung für die in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte (MBO-Ä) ist ein von der Bundesärztekammer beschlossenes Regelwerk, das die berufsethischen und rechtlichen Grundpflichten des ärztlichen Berufs definiert. Sie dient den Landesärztekammern als Vorlage für ihre jeweiligen Berufsordnungen, die dann rechtsverbindlich für alle approbierten Ärzte gelten. Zuletzt wurde die MBO-Ä auf dem Deutschen Ärztetag 2021 grundlegend überarbeitet.
Das Wichtigste in Kürze
- Rahmenregelwerk der Bundesärztekammer ohne unmittelbare Rechtsbindung
- Vorlage für die verbindlichen Berufsordnungen der 17 Landesärztekammern
- Regelt Berufspflichten, Schweigepflicht, Werbeverbot und Kooperationsformen
Musterberufsordnung (MBO-Ä) im Kontext der Arztpraxis
Die MBO-Ä strukturiert zentrale Berufspflichten wie die ärztliche Schweigepflicht nach § 9 MBO-Ä, das Verbot unzulässiger Werbung nach § 27 MBO-Ä sowie Regelungen zur Kooperation zwischen Ärzten in Berufsausübungsgemeinschaften. Verstöße gegen die landesrechtlich umgesetzte Berufsordnung können berufsgerichtliche Verfahren auslösen und mit Rügen, Geldbußen oder im Extremfall dem Entzug der Approbation geahndet werden.
Für Praxisgründer und angestellte Ärzte ist besonders relevant, welche Kooperationsformen die Berufsordnung erlaubt. Gemeinschaftspraxen, Medizinische Versorgungszentren und Partnerschaftsgesellschaften sind unter bestimmten Bedingungen zulässig. Die Regelungen zur ärztlichen Unabhängigkeit in § 2 MBO-Ä stellen sicher, dass wirtschaftliche Interessen die medizinische Entscheidung nicht beeinflussen dürfen.
Auch bei der Digitalisierung spielt die MBO-Ä eine Rolle. Telemedizinische Leistungen, Videosprechstunden und die Fernbehandlung wurden im Zuge der Reformen 2018 und 2021 explizit geregelt. Ärzte müssen sicherstellen, dass ihre digitalen Angebote den berufsrechtlichen Vorgaben der jeweiligen Landesärztekammer entsprechen.
Was Ärzte wissen müssen
Die genaue Kenntnis der Berufsordnung ist Grundlage jeder ärztlichen Tätigkeit. Ärzteversichert empfiehlt Medizinern, auch im Versicherungsbereich auf berufsrechtliche Konformität zu achten, etwa bei der Wahl von Kooperationsmodellen oder der Gestaltung von Praxiswebseiten. Eine Rechtsschutzversicherung mit Berufsrechtsschutz bietet zusätzliche Sicherheit im Fall berufsgerichtlicher Verfahren.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Musterberufsordnung
- Gesetze im Internet – Heilberufsgesetze
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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