Online-Terminbuchung bezeichnet digitale Systeme, die Patienten ermöglichen, über eine Praxiswebsite, eine App oder ein Gesundheitsportal selbstständig Arzttermine zu buchen, ohne die Praxis anrufen zu müssen. Die Termine werden in Echtzeit in das Praxisverwaltungssystem (PVS) eingetragen. Führende Anbieter sind Doctolib, Jameda-Terminbuchung und praxisintegrierte Lösungen. Die Nutzung dieser Dienste unterliegt der DSGVO und erfordert einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Anbieter.

Bedeutung für Ärzte

Praxen, die Online-Terminbuchung einsetzen, berichten von einer Reduzierung der Telefonbelastung um bis zu 40 Prozent; das entlastet das Personal und ermöglicht eine bessere Patientensteuerung. Über digitale Terminportale sind Praxen auch außerhalb der Sprechzeiten für Patienten erreichbar, was die Patientenzufriedenheit steigert. Für die KV-Abrechnung ist relevant: Die Zuteilung von Terminen über den Terminservice der KV (TSS-Vermittlung) ist seit dem TSVG 2019 für Fachärzte verpflichtend; Online-Systeme können die TSS-Verpflichtung technisch unterstützen. Ärzteversichert weist darauf hin, dass Online-Terminbuchungsanbieter personenbezogene Daten verarbeiten und bei der Auswahl auf DSGVO-Konformität geachtet werden muss.

Abgrenzung

Online-Terminbuchung ist nicht identisch mit der elektronischen Patientenakte (ePA) oder dem Patientenportal des Krankenhauses. Sie ist auch zu unterscheiden von der digitalen Triage (Ersteinschätzung der Dringlichkeit), die als separates Modul angeboten wird.

Beispiel

Eine gynäkologische Praxis integriert ein Online-Buchungssystem auf ihrer Website. Innerhalb von drei Monaten werden 35 Prozent aller Termine online gebucht; die Telefonlast sinkt entsprechend. Das Praxispersonal kann die gewonnene Zeit für die Patientenbetreuung vor Ort nutzen.

Quellen

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