Polypharmazie ist definiert als die gleichzeitige Einnahme von fünf oder mehr Arzneimitteln durch einen Patienten. Dieses Phänomen betrifft vor allem ältere, multimorbide Patienten. Polypharmazie erhöht das Risiko von Arzneimittelwechselwirkungen, Neben- und Kontraindikationen sowie von arzneimittelbedingten Krankenhausaufnahmen erheblich. Gleichzeitig ist nicht jede Polypharmazie vermeidbar, da multimorbide Patienten oft auf viele Medikamente angewiesen sind.

Bedeutung für Ärzte

Für Hausärzte und Internisten ist Polypharmazie ein alltägliches Thema. Sie tragen die Hauptverantwortung für die Koordination der Gesamtmedikation und müssen Wechselwirkungen erkennen. Der Medikationsplan, der auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert werden kann, ist ein wichtiges Instrument zur Übersicht. Die EBM-Ziffer 01630 erlaubt die Abrechnung einer Medikationsanalyse.

Praxishinweise

Ärzte sollten bei jedem Patienten mit fünf oder mehr Dauermedikamenten eine regelmäßige Medikationsanalyse durchführen. Prüftools wie der FORTA-Check (Fit fOR The Aged) oder die PRISCUS-Liste identifizieren für ältere Patienten potenziell ungeeignete Medikamente. Eine enge Zusammenarbeit mit Apothekern verbessert die Ergebnisse. Ärzteversichert empfiehlt, Dokumentationstools zu nutzen, die Polypharmazierisiken flaggen.


Quellen:

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