Das Praxisportfolio bezeichnet die Gesamtheit der Leistungen, Ressourcen und Vermögenswerte einer Arztpraxis, die deren wirtschaftlichen und medizinischen Wert ausmachen. Es umfasst das ärztliche Leistungsspektrum, den Patientenstamm, Mitarbeiterstruktur, technische Ausstattung, Standortvorteile und Vertragsbeziehungen.

Bedeutung für Ärzte

Ein strategisch entwickeltes Praxisportfolio erhöht den Praxiswert erheblich, besonders beim Verkauf oder bei der Übergabe. Gutachter ermitteln den Goodwill einer Praxis auf Basis der durchschnittlichen Jahresumsätze der letzten drei bis fünf Jahre, wobei Breite und Qualität des Leistungsportfolios entscheidend eingehen. Praxen mit einem breiten IGeL-Angebot, stabilen Kooperationsverträgen und moderner Geräteausstattung erzielen typischerweise 20 bis 40 Prozent höhere Verkaufspreise als vergleichbare Praxen mit engem Leistungsspektrum.

Abgrenzung

Das Praxisportfolio ist nicht identisch mit dem Praxisinventar, das nur die körperlichen Gegenstände umfasst. Auch der Goodwill ist ein Teilbegriff innerhalb des Praxisportfolios; er bezeichnet den immateriellen Mehrwert durch Patientenstamm und Praxisruf. Das Praxisportfolio als Gesamtkonzept schließt sowohl materielle als auch immaterielle Wertkomponenten ein.

Beispiel

Ein Dermatologe möchte seine Praxis in fünf Jahren übergeben. Er erweitert sein Portfolio gezielt um ästhetische Behandlungen und eine Laseranlage. Die damit erzielte Steigerung der Privatumsätze um 35 Prozent erhöht den Praxiswert auf Basis des modifizierten Ertragswertverfahrens um rund 120.000 Euro.

Ärzteversichert begleitet Ärzte bei der Planung der Praxisübergabe und zeigt auf, wie Portfolioentscheidungen den Versicherungsbedarf beeinflussen.

Quellen

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