Private Equity bezeichnet außerbörsliches Beteiligungskapital, das von Investmentfonds oder Finanzinvestoren in Unternehmen eingebracht wird, um deren Wert zu steigern und die Beteiligung nach einigen Jahren gewinnbringend zu veräußern. Im deutschen Gesundheitswesen ist Private Equity seit etwa 2010 ein zunehmend prägender Faktor beim Aufbau und der Übernahme medizinischer Versorgungszentren (MVZ) und Praxisketten.

Bedeutung für Ärzte

Private-Equity-Investoren erwerben Arztpraxen in der Regel indirekt über MVZ-Trägergesellschaften, da das ärztliche Berufsrecht den Direkterwerb durch Nicht-Ärzte einschränkt. Für den verkaufenden Arzt bietet der PE-Exit oft einen überdurchschnittlichen Kaufpreis, verbunden mit einer mehrjährigen Weiterbeschäftigung als angestellter Arzt. Kritiker weisen auf mögliche Interessenkonflikte hin, wenn Renditeziele des Investors und patientenorientierte Medizin kollidieren. Der GKV-Spitzenverband und die KBV beobachten die PE-Entwicklung im ambulanten Sektor kritisch.

Abgrenzung

Private Equity ist von klassischen Praxiskäufen durch Ärzte zu unterscheiden, bei denen der Käufer die Praxis langfristig selbst betreibt. Auch Venture Capital (für Startups und Wachstumsphase) und Mezzanine-Kapital sind eigenständige Finanzierungsformen. Im medizinischen Kontext ist zudem die strategische Investition von Krankenhausträgern in Praxisverbünde abzugrenzen, die anderen Motiven folgt als ein reiner Finanzinvestor.

Beispiel

Ein Radiologe verkauft seine Praxis an eine PE-finanzierte MVZ-Kette für 1,2 Millionen Euro, bleibt für fünf Jahre als angestellter Arzt tätig und erhält neben seinem Gehalt eine Gewinnbeteiligung. Nach Ablauf der Haltefrist veräußert der PE-Fonds die Kette an einen größeren Anbieter.

Ärzteversichert begleitet Ärzte, die einen PE-Exit planen, bei der Analyse der versicherungsrechtlichen Konsequenzen eines Wechsels in die Anstellung.

Quellen

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